Shuo shu 碩鼠

by Anonymous (Shijing)

Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)

Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 211f.

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  • Hans Bethge (1876–1946): Die Ratte
    Ratte in meinem Hirn! Du fürchterliches Geschöpf! Zernage nicht mein junges Hirn, Grausames Tier, zerstöre mich nicht ganz! Drei Jahre lang ertrag ich nun die Qual, Das Wüten deiner Zähne läßt nicht nach, Unsonst sind meine Bitten und mein Flehn. Ich möchte fliehn! O wüßte ich ein Land, Ein seliges Land, wo ich mein Haus von neuem Errichten dürfte, ohne daß du folgst! Wüßt ich ein Land, wo ich den Frieden fände, Wo diese Marter weicht aus meinem Hirne, Wo mein Gewissen endlich ruhen darf!

    in: Bethge, Hans. Die chinesische Flöte. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Leipzig: Insel Verlag, 1920. p. 17.
    in: Bethge, Hans. Die chinesische Flöte. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Leipzig: Insel Verlag, 1923. p. 17.
    Heilmann (1905) wrongly attributes the poem to someone he transcribes as Sao Han. This seems to go back to Judith Gartier, who attributes it to someone whom she transcribes as Sao Nan and yet provides a French translation of the Shijing poem (Gautier, Le Livre de Jade, Paris 1867). Boehm 1873 follows her; so does Hans Bethge 1920 and 1923.
  • Hans Bethge (1876–1946): Die Ratte
    Ratte in meinem Hirn! Du fürchterliches Geschöpf! Zernage nicht mein junges Hirn, Grausames Tier, zerstöre mich nicht ganz! Drei Jahre lang ertrag ich nun die Qual, Das Wüten deiner Zähne lässt nicht nach, Umsonst sind meine Bitten und mein Flehn. Ich möchte fliehn! O wüsste ich ein Land, Ein seliges Land, wo ich mein Haus von neuem Errichten dürfte, ohne dass du folgst! Wüsst ich ein Land, wo ich den Frieden fände, Wo diese Marter weicht aus meinem Hirne, Wo mein Gewissen endlich ruhen darf!

    in: Bethge, Hans. Die chinesische Flöte. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Leipzig: Insel Verlag, 1920. p. 17.
    in: Bethge, Hans. Die chinesische Flöte. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Leipzig: Insel Verlag, 1923. p. 17.
    Heilmann (1905) wrongly attributes the poem to someone he transcribes as Sao Han. This seems to go back to Judith Gartier, who attributes it to someone whom she transcribes as Sao Nan and yet provides a French translation of the Shijing poem (Gautier, Le Livre de Jade, Paris 1867). Boehm 1873 follows her; so does Hans Bethge 1920 and 1923.
  • Gottfried Böhm (1845–1926): Die Ratte
    Ratte, fette Ratte! Ratte, Riesen-Ratte! Benage nicht all mein Getreide Grausame, schlingende, leide! Seit drei Jahren erleid' ich Deine Zähne, furchtbar schneidig. Vergebens, Deiner Wuth zu steuern, Versucht ich Bitten und Betheuern! Nun endlich flieh' ich und ziehe fort; Ein Haus will ich bauen an fernem Ort Unter fernem Himmel — lau und lind, Wo Gewissensbisse nicht ewig sind!

    in: Böhm, Gottfried. Chinesische Lieder aus dem Livre de Jade von Judith Mendes. In das Deutsche übertragen von Gottfried Böhm. München: Theodor Ackermann, 1873. p. 70.
    Heilmann (1905) wrongly attributes the poem to someone he transcribes as Sao Han. This seems to go back to Judith Gartier, who attributes it to someone whom she transcribes as Sao Nan and yet provides a French translation of the Shijing poem (Gautier, Le Livre de Jade, Paris 1867). Boehm 1873 follows her; so does Hans Bethge 1920 and 1923.
  • Johann Cramer : Der Bedrücker
    O du große, große Maus, Friß mir nicht das Mehl im Haus! Hast mich schon geplagt drei Jahr, Bringst mich in der Noth Gefahr, Zwingst mich, daß ich wandre aus; Geh' es mir im neuen Land Besser, als ich hier es fand! O du große, große Maus, Friß mir nur nicht Feld und Haus! Hast mich schon genagt drei Jahr, Bald verschlingst du mich sogar, Zwingst mich, daß ich wand're aus; In dem neuen Lande läßt Man mir Ruhe, ungepreßt. O du große, große Maus, Friß mir nur nicht Hof und Haus! Hab' umsonst gefleht drei Jahr, Plagst so lang mich offenbar, Jagst mich aus dem Land heraus; Andres Land nun wähl' ich mir, Frei von der Bedrücker Gier.

    in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 84.
  • Albert Ehrenstein (1886–1950): Mäuse
    in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 61.
  • Judith Gautier (1845–1917): Le gros rat
    Gros rat! énorme rat! ne ronge pas tout mon grain, rat cruel et dévorateur! Depuis trois ans je subis la férocité de tes dents aiguës, et j'ai vainement tenté de t'adoucir par des supplications. Mais enfin je partirai, et je te fuirai, et j'irai me bâtir une maison dans un pays lointain, Dans un pays lointain et heureux, où les remords ne sont pas éternels!

    in: Gautier, Judith. Le livre de jade. Paris: A. Lemerre, 1867. p. 93.
    Heilmann (1905) wrongly attributes the poem to someone he transcribes as Sao Han. This seems to go back to Judith Gartier, who attributes it to someone whom she transcribes as Sao Nan and yet provides a French translation of the Shijing poem (Gautier, Le Livre de Jade, Paris 1867). Boehm 1873 follows her; so does Hans Bethge 1920 and 1923.
  • Hans Heilmann (1859–1930): Die dicke Ratte
    Dicke Ratte, Riesenratte, friß nicht all mein Korn, grausam gefräßiges Tier. Seit drei Jahren dulde ich die wilde Gier deiner spitzen Zähne und habe umsonst versucht, sie zu beschwichtigen. Doch am Ende gehe ich auf und davon, ich entfliehe dir und baue mir ein Haus in einem fernen Lande, In einem fernen glücklichen Lande, wo die Seelenqualen nicht ohne Ende nagen.

    in: Heilmann, Hans. Chinesische Lyrik vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Gegenwart, Die Fruchtschale. München, Leipzig: R. Piper & Co., 1905. p. 16.
    Heilmann (1905) wrongly attributes the poem to someone he transcribes as Sao Han. This seems to go back to Judith Gartier, who attributes it to someone whom she transcribes as Sao Nan and yet provides a French translation of the Shijing poem (Gautier, Le Livre de Jade, Paris 1867). Boehm 1873 follows her; so does Hans Bethge 1920 and 1923.
  • Hans Heilmann (1859–1930): Die dicke Ratte
    Dicke Ratte, Riesenratte, friß nicht all mein Korn, grausam gefräßiges Tier. Seit drei Jahren dulde ich die wilde Gier deiner spritzen Zähne und habe umsonst versucht, sie zu beschwichtigen. Doch am Ende gehe ich auf und davon, ich entfliehe dir und baue mir ein Haus in einem fernen Lande, In einem fernen glücklichen Lande, wo die Seelenqualen nicht ohne Ende nagen.

    in: Heilmann, Hans. Chinesische Lyrik vom 12. Jahrhundert v. Chr. bis zur Gegenwart, Die Fruchtschale. München, Leipzig: R. Piper & Co., 1905. p. 16.
    Excerpt.
  • Heide Köser : Feldratten
    in: Köser, Heide and Hetzer, Armin. Das Liederbuch der Chinesen. Guofeng. Frankfurt a. M.: Insel Verlag, 1990. p. 94f.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Bedrückung
    Große große große Maus, Friß mir nicht die Hirs' im Haus! Drey Jahre hast du mich geplagt. Wie in Jammer bringst du mich! Auszuwandern zwingst du mich. Das Land, zu dem ich wander' aus, Gewähre mir, was mir behagt! Große große große Maus, Friß mir leer nicht Feld und Haus! Drey Jahre hast du mich genagt; Nächstens gar verschlingst du mich. Zu dem Ärgsten dringst du mich, In fremdes Land zu wandern aus, Wo man die Ruh mir nicht versagt. Große große große Maus, Friß mir ganz nicht Hof und Haus! Drey Jahr' hab' ich umsonst geklagt; Seit drey Jahren plagst du mich, Aus dem Lande jagst du mich; Nun zieh' ich in ein Land hinaus, Wo man nicht vor Bedrückern zagt.

    in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 121f.
    in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 28f.
    in: Mehlig, Johannes (ed.). Stimmen des Orients: Arabische, persische, indische und chinesische Dichtungen. Leipzig: Insel-Verlag, 1965. p. 249.
  • Ernst Schwarz (1916–2003): Lied von der Ratte
    in: Schwarz, Ernst. Chrysanthemen im Spiegel. Klassische chinesische Dichtungen. Berlin: Rütten & Loening, 1969. p. 65.
  • Victor von Strauß (1809–1899): Abschiedslied der Auswanderer an ihren Oberbeamten
    Große Maus! große Maus! Unsre Hirse nicht verschmaus'! Drei Jahr' hielten wir dich aus, Kümmerten dich keinen Daus; Wandern nun von dir hinaus, Freu'n uns jenes schönen Gau's, Schönen Gau's, schönen Gau's, Wo wir finden Hof und Haus. Große Maus! große Maus! Friß nicht unsern Waizenstand! Drei Jahr' hielten wir dich aus, Nie hast Guts uns zugewandt; Wandern nun von dir hinaus, Zieh'n in jenes schöne Land, Schöne Land, schöne Land, Wo uns Recht wird zuerkannt. Große Maus! große Maus! Friß nicht unsern jungen Reiß! Drei Jahr' hielten wir dich aus, Fragtest nichts nach unserm Schweiß; Wandern nun von dir hinaus, Zieh'n in jenen schönen Kreis, Schönen Kreis, schönen Kreis. Wer ist da voll Klaggeschrei's?

    in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 194.
    in: Gundert, Wilhelm. Lyrik des Ostens. München: Carl Hanser Verlag, 1952. p. 242.
  • Wilhelm Michael Treichlinger (1902–1973): Große Ratte, große Ratte
    in: Treichlinger, Wilhelm Michael. Shu ist jagen gegangen. Chinesische Gedichte aus dem Schi-King.. Zürich: Verlag der Arche, 1948. p. 54f.

碩鼠碩鼠,無食我黍。 三歲貫女,莫我肯顧。 逝將去女,適彼樂土。 樂土樂土,爰得我所。 碩鼠碩鼠,無食我麥。 三歲貫女,莫我肯德。 逝將去女,適彼樂國。 樂國樂國,爰得我所。 碩鼠碩鼠,無食我苗。 三歲貫女,莫我肯勞。 逝將去女,適彼樂郊。 樂郊樂郊,誰之永號。