Qi yue 七月

by Anonymous (Shijing)

Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)

Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 279-288.

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  • Johann Cramer : Aus einem Wirtschaftskalender
    1. Im Frühling, wenn die Tage nehmen zu, Dann hängt die Maid ein Körbchen an den Arm, Und Pflückt das frische Blatt vom Maulbeerbaum, Dem Seidenwurm bereitend köstliches Mahl. Im Sommer, wenn das Färbekraut gereist, Zur Färberei das Weibchen emsig greift. Da wird für Viele manch Gewand bereit, Das schönste Roth ist für des Fürsten Kleid. Im Herbste, wenn dem Baum das Laub entfällt, Wird auf der Jagd dem Fuchse nachgestellt: Das Kleid des Fürsten muß von Fuchspelz sein, Er zieht damit am Hof des Königs ein. Im Winter, wenn der Sturm den Wald durchfährt, Der Krieger nach dem wilden Schwein begehrt. Der Frischling ist dann seiner Müh' bestimmt, Jedoch der Fürst den Keuler für sich nimmt. 2. Die Grill' erwacht im sechsten Mond, Und singt im siebenten im Thor, Im achten zieht sie sich zurück, Schrillt unter meines Hauses Thor. Im neunten zieht sie bei mir ein, Im zehnten unterm Bett sie zirpt. Nun braust des Herbstes Sturm, und arg Das Haus erfaßt, das Dach verdirbt. Nun stopfet zu, was sprang und klafft, Daß keine Ritze offen bleibt! Doch erst mit Rauch und Zauberspruch Vor Winter aus die Mäuse treibt! 3. Im neunten Mond im Garten schlägt Die Tenne man zum Dreschen auf; Im zehnten jede Art Getraid' Man unvermenget hebet auf. Die Arten Mais, die Arten Reis, Und Hirsen, Erbsen, was man kann, Bohn', Linse, Korn auch, schwarz und weiß. Ihr Ackerleute kommt heran! Die ihr im Sommer uns das Feld Mit großer Mühe habt bestellt, Erholt euch nun im Winterhaus, Uebt leichtre Arbeit fröhlich aus! Besondres Werk für jeden Mann: Du holst früh Morgens Holz heran, Du flichst mir Seil' am Abend spät, Du siehst, wie's mit dem Dache steht. Du holest auf dem Berge Eis, Den Fürsten kühlt's, ist's Sommers heiß. Und wenn die Sonne höher steigt, Im Feld sich wieder jeder zeigt.

    in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 110f.
    in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. p. 51-54.
  • Anna Eckner : Im siebten Monat
    in: Fazzioli, Edoardo. Des Kaisers Apotheke. Die altchinesische Kunst, mit Pflanzen zu heilen. Aus dem italienischen übers. von Anna Eckner. Bergisch Gladbach: Weltbild / Gustav Lübbe Verlag, 2000. p. 44.
    Excerpt only.
  • Vincenz Hundhausen (1878–1955): Ein Bauer im alten Lande Bin spricht
    In dem siebten Monat wendet Westwärts sich der Skorpion, Und, bevor der neunte endet, Denke ich des Winters schon: Sorglich kleide ich die Meinen Jetzt in Wolle statt in Leinen. In des dritten Monats Tagen Kommt der Pflug zu seinem Rechte, Und im vierten wird das Feld Mit vereintem Fleiß bestellt. Mittags heißt es, Essen tragen Für die vielgeplagten Knechte; Weib und Kinder gehen mit, Und der Vogt ist voll des Lobes, Wenn er unsern Acker sieht. In dem siebten Monat wendet Westwärts sich der Skorpion, Und, bevor der neunte endet, Denke ich des Winters schon. Doch an warmen Frühlingstagen, Wenn die Nachtigallen schlagen, Sieht man auf den schmalen Pfaden Unsere Dirnen, unsere schlanken Mit den weiten Körben gehn, Wo die Maulbeerbäume stehn, Oder heimwärts ziehn, beladen Mit des Wermuts hellen Ranken. – Meine Tochter ist beklommen; Denn, zur Braut sie zu begehren, Wird der Sohn des Fürsten kommen. In dem siebten Monat wendet Westwärts sich der Skorpion, Und bevor der achte endet, Schneidet man das Schilfrohr schon. Gilt's, den Seidenwurm zu mästen, Kippt man von den Maulbeerästen, Was zu hoch mit kundigem Schlage. Jungen Stämmchen wird besonnen Nur der Blattschmuck abgestreift. In dem siebten Monat pfeift Hell der Würger aus dem Hage, Und im achten wird gesponnen Zu den Zeugen, die wir weben: Blau und gelb, jedoch das rote Müssen wir dem Fürsten geben. In dem vierten Monat fallen Blüten ab vom Tausendschön, Und im fünften Monat schallen Grillenlieder auf den Höhn. Erntemonat ist der achte, Und im zehnten sinken sachte Von den Bäumen welke Blätter. Herrlich dann, im ersten jagen Fuchs und Dachs. Der Felle Pracht Wird ins Fürstenhaus gebracht. Ohne Acht auf Wind und Wetter In des zweiten Monats Tagen Ziehn zur Sauhatz Mann und Meute. Sau und Eber sind dem Fürsten, Frischling bleibt des Jägers Beute.

    in: Hundhausen, Vincenz. Chinesische Dichter in deutscher Sprache. Peking, Leipzig: Pekinger Verlag, 1926. p. 130f.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Aus einem Wirtschaftskalender
    Im Frühling, wenn die Tage zugenommen, die Jungfrau faßt ein zierlich Korbgeflecht, und pflückt die Blätter, die hervorgekommen am Maulbeerbaum, fürs Seidenwurmgeschlecht. Im Sommer, wann gereift die Färbekräuter, die Färberei das Weib zu Händen nimmt. Gewand' erblühn für Diener, Schnitter, Reuter, dem Fürsten bleibt das hellste Rot bestimmt. Im Herbste, wann des Baumes hohem Wuchse das Laub verfällt, wird man der Jagd geneigt. Zum Kleid des Fürsten wird der Pelz vom Fuchse, worin er sich am Hof des Kaisers zeigt. Im Winter, wann die wilden Stürme walten, versuchen Krieger sich am wilden Schwein. Den Frischling dürfen sie für sich behalten, den Keuler liefern sie dem Fürsten ein.

    in: Wentzel, Julius. Am Liederquell der Völker. Die klassische Lyrik der Weltliteratur. Leipzig: R. Voigtländer's Verlag, 1912. p. 9.
    Note that the translation covers Stanza 1-4 from the chinese original Poem.
  • Friedrich Rückert (1788–1866): Bruchstücke eines Wirthschaftskalender
    1. Im Frühling, wenn die Tage zugenommen, Die Jungfrau faßt ein zierlich Korbgeflecht, Und pflückt die Blätter die hervorgekommen Am Maulbeerbaum für's Seidenwurmgeschlecht. Im Sommer, wann gereift die Färbenkräuter, Die Färberey das Weib zu Handen nimmt. Gewand' erblühn für Diener, Schnitter, Reuter, Dem Fürsten bleibt das hellste Roth bestimmt. Im Herbste, wann des Baumes hohem Wuchse Das Laub entfällt, wird man der Jagd geneigt. Zum Kleid des Fürsten wird der Pelz vom Fuchse, Worin er sich am Hof des Kaisers zeigt. Im Winter, wann die wilden Stürme walten, Versuchen Krieger sich am wilden Schwein. Den Frischling dürfen sie für sich behalten, Den Keuler liefern sie dem Fürsten ein. 2. Im sechsten Mond erwacht im Feld die Grille, Dort singt sie ihren sommerlichen Chor Im siebenten, dann tönet ihr Geschrille Im achten unter meines Hauses Thor. Im neunten zieht sie bei mir ein im Hause, Im zehnten ist sie unter's Bett geschlüpft. Dann kommt der Sturm des Herbstes, der mit Brause Am Balken rüttelt und am Dache lüpft. Nun flickt, was klaffet! bessert, was gesprungen, Und jede Spalte stopfet zu am Haus! Jedoch mit Zauberspruch und Räucherungen Treibt erst die Mäuse für den Winter aus! 3. Im neunten Monat wird in unserm Garten Die Tenne aufgeschlagen wo man drischt; Im zehnten werden dann die einzlen Arten Getraides aufgehoben unvermischt. Die Arten Maises und die Arten Reises, Verschiedne Hirsen, Erbsen mancherley, Und Bohnen, Linsen, schwarzes Korn und weißes. Nun her, ihr Ackerleute, kommt herbey! Die ihr uns draußen trefflich habt bestellet Das Feld im Sommer, kommt ins Winterhaus, Und richtet unermüdet frohgesellet Die leichtre Arbeit zur Erholung aus! Ein eignes Werk wird jedem Mann zu Theile. Du holest Holz, am frühen Morgen wach; Du flichtst in später Nachtzeit Strick' und Seile; Du steigst aufs Haus und besserst aus das Dach. Ihr gehet auf den Berg, das Eis zu holen, Das kühlen soll den Fürsten sommerlang. Bald steigt die Sonn' und löscht die Glut der Kohlen, Und neu im Feld kommt euer Dienst in Gang.

    in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 156-158.

七月流火 ,九月授衣。 一之日觱發,二之日栗烈。 無衣無褐,何以卒歲。 三之日于耜,四之日舉趾。 同我婦子,饁彼南畝,田畯至喜。 七月流火 ,九月授衣。 春日載陽,有鳴倉庚。 女執懿筐,遵彼微行,爰求柔桑。 春日遲遲,采蘩祁祁。 女心傷悲,殆及公子同歸。 七月流火,八月萑葦。 蠶月條桑,取彼斧斨。 以伐遠揚,猗彼女桑。 七月鳴鵙,八月載績。 載玄載黃,我朱孔陽,為公子裳。 四月秀葽,五月鳴蜩。 八月其穫,十月隕蘀。 一之日于貉,取彼狐貍,為公子裘。 二之日其同,載纘武功。 言私其豵,獻豜于公。 五月斯螽動股,六月莎雞振羽。 七月在野,八月在宇,九月在戶,十月蟋蟀入我牀下。 穹窒熏鼠,塞向墐戶。 嗟我婦子,曰為改歲,入此室處。 六月食鬱及薁,七月亨葵及菽,八月剝棗。 十月穫稻,為此春酒,以介眉壽。 七月食瓜,八月斷壺,九月叔苴。 采荼薪樗,食我農夫。 九月築場圃,十月納禾稼。 黍稷重穋,禾麻菽麥。 嗟我農夫,我稼既同,上入執宮功。 晝爾于茅,宵爾索綯。 亟其乘屋,其始播百穀。 二之日鑿冰沖沖,三之日納于凌陰。 四之日其蚤,獻羔祭韭。 九月肅霜,十月滌場。 朋酒斯饗,曰殺羔羊。 躋彼公堂,稱彼兕觥,萬壽無疆。