碩人
Anonymous (Shijing)
碩人其頎,衣錦褧衣。
齊侯之子,衛侯之妻,東宮之妹,邢侯之姨,譚公維私。
手如柔荑,膚如凝脂,領如蝤蠐,齒如瓠犀,螓首蛾眉。
巧笑倩兮,美目盻兮。
碩人敖敖,說于農郊,四牡有驕,朱幩鑣鑣。
翟茀以朝,大夫夙退,無使君勞。
河水洋洋,北流活活。
施罛濊濊,鱣鮪發發,葭菼揭揭。
庶姜孽孽,庶士有朅。
Die fürstliche Braut hält ihren Einzug Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 46f.
Die hohe Braut ist ein Königskind,
Ein König ist ihr Bruder auch,
Die Schwestern Königinnen sind,
Es ist ein König, der sie minnt.
Wie ein Baum in weichem Laubgewind,
So schwillt ihr Wuchs und hebt das Herz,
Fünfzweigig zeigt sich jede Hand,
Die Blüthe dran die farbigen Nägel sind.
Die Wangen wie geronnener Rahm,
Ach, wer es sieht, wie reizt es ihn!
Ihr Lächeln, wie wenn Anfang nahm
Ein Frühlingstag, den Düft' umziehn.
Die Augenbrauen gleichen gar
Dem dunkeln Falter, Kürbiskern
Ist Bild der Zähne, wunderbar
Glänzt dunkelbraun der Augenstern.
An Wagen ziehen stolz einher
Die Rosse, zu tragen die Königsbraut,
Sie zieht in ihr Reich, das sie nicht schwer
Besiegt, wohin ihr schönes Auge schaut.
Einzug der fürstlichen Braut Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 71f.
Die erhabne Braut ist eines Königs Kind,
Und ein König, den die Bruder grüßet;
Königinnen ihre beiden Schwestern sind,
Und ein König ist es der sie küßet.
Herrlich als ein Baum in seidnem Laubgewand
Schwillt ihr Wuchs und schwellet das Gemüthe;
Und ein fünfgetheilter Zweig ist jede Hand,
Farb'ge Nägel sind daran die Blüte.
Ihrer Wangen Haut ist ein geronnener
Rahm, der jeden reizet der ihr siehet;
Ihres Mundes Lächeln ein begonnener
Frühlingstag der sich mit Duft umziehet.
Dunkle Schmetterlinge sind die Augenbrau'n
Und die Zähne feuchte Kürbiskerne;
Doch im bläulich weißen Himmel dunkelbraun
Leuchten wunderbar die Augensterne.
Rosse vor dem Wagen heben ihr Genick
Stolz empor, die Königsbraut zu tragen.
In ihr Reich ein fährt sie, und mit einem Blick
Hat sie ganz in Fesseln es geschlagen.
Empfang der Fürstin Tschuāng-kiāng Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 131f.
Die stattlich hohe Herrscherin,
Schlicht eingehüllt um's Prachtkleid hin,
Gehört dem Fürsten Thsî's als Kind,
Dem Fürsten Wéi's als Ehgattin,
Dem Erben Thsî's als Schwester an;
Hîng's Fürsten ist sie Schwägerin,
Der Fürst von Thân ihr Schwestermann.
Die Hand wie Lilienknospen weich,
Die Haut geronnenem Balsam gleich,
Der Hals wie weißer Holzwurm bleich,
Die Zähn' ein Kürbiskernbereich,
Cicadenstirne, Seidenbrau'n,
Ein Lächeln lieblich zum Bestricken,
Und schönster Augen glänzend Blicken!
Die hohe Frau, so schlankgethan,
Hält bei der Felder Gränzen an.
Vier Hengste trabten stolz heran,
Die rothen Zügel klirren dran,
Schwungfedern wallen beim Empfahn.
Ihr Großen, zieht euch früh zurück,
Geht nicht den Fürsten lästig an!
Des Hô Gewässer, weit und breit,
Strömt nordwärts mächtiglich herein;
Gespannte Netze plätschern ein,
Es wimmeln Stör und Scherg hinein;
Das Schilfrohr schwankt in hohen Reihn;
Und all' die Kiāng sind schmuck und fein,
Und kühn schaun alle Männer drein.