終南
Anonymous (Shijing)
終南何有,有條有梅。
君子至止,錦衣狐裘。
顏如渥丹,其君也哉。
終南何有,有紀有堂。
君子至止,黻衣繡裳。
佩玉將將,壽考不亡。
Königliches Loblied Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 98.
Der Berg Tschong-Nan, was trägt er?
Die Bäume Mei und Tsiao;
Auch vieles Buschwerk hegt er,
Geschmücket ist er so.
Wie stattlich sieht der König aus
Im buntgewebten Oberkleid,
Und drunter Zobel schaut heraus.
Es glänzet Lipp- und Wangenpaar
Als sei's belegt mit Schminken gar;
Als König strahlt er weit und breit.
Der Berg Tschong-Nan, was trägt er?
Er trägt bebuschte Augenbraun,
Und auf dem Haupte hegt er
Die Stelle, kahl zu schaun.
Wie schwang sich doch der König auf
In feinem schönen Siegeslauf!
Wie schmückt das reichgestickte Kleid,
Wie tönen gar so schön ting tang
Die Edelsteine, lebe er
Mit seinen edeln Söhnen lang!
Loblied Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 140f.
Was trägt der Berg Tschong-Nan?
Die Bäume Tsiao und Wei;
Mit Buschwerk mancherlei
Sein Leib ist angethan.
Der König hat sich hoch erhoben,
Sein Oberkleid ist bunt gewoben,
Und Zobelpelz legt er darunter an.
Sein Mund und seine Wangen blinken,
Als seyen sie belegt mit Schminken;
Ich seh' ihn königlich zur Rechten und zur Linken.
Was trägt der Berg Tschong-Nan?
Gebüschte Augenbrau'n,
Und auf dem Haupt zu schau'n
Ist ihm ein weiter Plan.
Der König hat sich aufgeschwungen,
Und jeder Sieg ist ihm gelungen;
Wohl steht das reichgestickte Kleid ihm an.
Die Edelsteine hört man schönen
Tingtang an seiner Seite tönen;
Auf ewig leb' er samt den edlen Söhnen!
Der Landesherr kehrt mit erhöhtem Range vom Kaiserhof zurück Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 213.
Was giebt es auf dem Berg Dschung-nan?
Viel Fichten, manchen Pflaumenbaum.
Der hohe Herr ist angelangt
Im bunten Kleid mit Fuchsfellsaum,
Von Angesicht wie Scharlach roth.
Das ist ein Fürst, wie Einer kaum!
Was giebt es aus dem Berg Dschung-nan?
Viel Gipfel, manchen Weidegang.
Der hohe Herr ist angelangt
Im Kleid, gestickt nach seinem Rang;
Sein Gurtgestein giebt hellen Klang.
Er lebe lang und ohn' Vergang!