Chong zeng lu chen shi 重贈盧諶詩
by Liu Kun 劉琨 (270–317)
Dynasty: Jin 晉 (266–420)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Jinshi 晉詩 11.852f.
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Erwin von Zach (1872–1942): Ein zweites Gedicht an die Adresse Lu Ch'en's
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Früher hielt ich in der Faust einen herrlichen Edelstein (Dich, o Lu Ch'en), der ursprünglich aus den Ching-Bergen stammte. Dabei muss ich denken an jenen T'ai-kung (Lü-wang; BD No. 1862), der ein alter Fischer am Ufer des Wei-Flusses war (als Wen-wang ihn als Ratgeber berief). Wie sehr war Teng Yü (BD No. 1908; für Kaiser Kuang-wu-ti) eingenommen! Aus einer Entfernung von tausend Meilen kam er ihn aufsuchen. Der in Po-teng [eingeschlossene Kaiser Han Kao-tsu] wurde glücklicherweise durch Ch'en P'ing (späteren Grafen von Ch'ü-ni; BD No. 240) befreit; als er [durch Hsiang Yü zu einem Fest] in Hung-men [eingeladen wurde, wäre er beinahe getötet worden], wenn ihm Chang Liang (der spätere Graf von Liu; BD No. 88) nicht geholfen hätte. Der Prinz Ch'ung-erh (späterer Herzog Wen von Chin) verstand es, die fünf Würdigen zu verwenden. Herzog Huan von Ch'i ernannte [Kuan Chung], der früher ihn ermorden wollte, zu seinem Minister. Wenn diese Männer nur imstande waren, ihren Fürsten, die schliesslich Hegemone wurden, zu helfen, wie sollte man da noch fragen, ob sie früher zu ihrer Partei [wie die fünf Würdigen] oder zu ihren Feinden [wie Kuan Chung] gehörten? (Liu K'un hofft, dass Lu Ch'en in seiner neuen Stellung - wie alle obengenannten Männer - nur an die Dynastie denken und die Fehde zwischen Liu K'un und Tuan P'i-ti vergessen wird). Mitten in der [schlaflosen] Nacht streife ich mit der Hand über das Kopfkissen und seufze; denn ich würde mich gerne jenen Helden anschliessen (und wie sie Verdienste um das Herrscherhaus erringen). Aber leider bin ich schon zu alt und zu schwach; [ähnlich wie Konfuzius in seinem Alter] träume ich nicht mehr davon, ein zweiter Chou[-kung] zu werden (Legge I 196). Wer würde sagen, dass Konfuzius, der in allen Lagen seines Lebens seine Weisheit zeigte und sein Schicksal kannte (I king, Legge 354/13), eben deswegen keinen Kummer gehabt hätte? Er (der später in der Han-Zeit den Titel Hsüan-ni-kung erhielt) war tief betrübt, als er vom Ergreifen des Einhorns hörte; er weinte, als dies auf einem Jagdzug [des Herzogs Ai] nach Westen geschah (Legge V 833). (Liu K'un vergleicht hier Lu Ch'en mit dem Einhorn und Herzog Ai mit Tuan P'i-ti.) Mein Werk ist noch nicht vollendet und plötzlich geht die Sonne im Westen unter (d.h. ich bin alt geworden). Die rasch vergehende Zeit wartet nicht auf mich; sie zieht schnell vorüber wie eine treibende Wolke. Rote Früchte werden durch den starken Wind zu Fall gebracht; zahlreiche Blüten verwelken im weissen Herbstfrost. Auf engem Pfad stürzen die Wagen der Würdenträger; die scheugewordenen Pferde brechen beide Deichselstangen. Wer hätte gedacht, dass ein hundertmal geläuterter Stahl schliesslich so weich wird, dass man ihn um den Finger wickeln kann? (In den letzten Versen beschreibt Liu das Unglück, das über ihn und andere durch die Rebellion des Liu Ts'ung hereingebrochen ist.)–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 416f.
握中有玄璧。本自荊山璆。 惟彼太公望。昔在渭濱叟。 鄧生何感激。千里來相求。 白登幸曲逆。鴻門賴留侯。 重耳任五賢。小白相射鉤。 苟能隆二伯。安問黨與讐。 中夜撫枕歎。相與數子游。 吾衰久矣夫。何其不夢周。 誰云聖達節。知命故不憂。 宣尼悲獲麟。西狩涕孔丘。 功業未及建。夕陽忽西流。 時哉不我與。去乎若雲浮。 朱實隕勁風。繁英落素秋。 狹路傾華蓋。駭駟摧雙輈。 何意百鍊剛。化為繞指柔。