Gu feng "Xi xi gu feng, wei feng ji yu" 谷風 "習習谷風,維風及雨"
Dynasty: Zhou 周 (1045 BC–256 BC)
Included in: Ruan Yuan 阮元 (ed.). Mao shi zheng yi 毛詩正義, Shi san jing zhu shu 十三經注疏 2. Taipei: Yee Wen Publishing Co., Ltd., 2001. 435f.
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Johann Cramer : Wetterwendisch
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Sanft weht der Wind aus Süden nur, Träuft Regen auf die trockne Flur. Als wir gelebt in Sorg' und Noth, Das Leben uns doch Freuden bot In Einigkeit und Liebe; Du ward'st indessen reich und groß, Nun wärst du gern der Bande los. Der Wind aus Süden, erst so mild, Nun durch die Flur zum Sturm anschwillt. Ehdem in deinem kleinen Haus, Ersahst du mich vor allen aus, Ich war dir stets der Liebste. Nun du bewohnst ein großes Schloss, Soll ich nicht mehr sein dein Genoß. Der Wind aus Süden stürmt mit Braus, Und reißet Bäum' und Kräuter aus. Durchbrechen kann wohl jeder Damm, Zersplittern auch ein jeder Stamm, So hast du ganz vergessen, Daß ich verdienstlich mich gemacht, Und gibst nur auf die Mängel Acht.–
in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 159. -
Friedrich Rückert (1788–1866): Windsveränderung
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Der Südwind weht so milde, Bringt Regen mit dem durstenden Gefilde. Als wir in Noth und Sorgen schwebten, O wie wir traut und einig lebten! Du wurdest groß und reich indessen, Und hast vergessen Die Bande die uns einst umwebten. Der Südwind, erst so milde, Schwillt an zum Sturm und tobt nun durch's Gefilde. Vordem in deinen engen Hallen War ich dein liebster Freund von allen; Nun brauchest du im Prunkpalaste Nicht mich zum Gaste, Und lässest in den Staub mich fallen. Der Südwind tobt, der wilde, Entwurzelt Baum und Pflanzen im Gefilde. Kein starker Fels, der nicht erzittert, Kein hoher Stamm, der nicht zersplittert, Verdienste, die ich mir erworben, Sind dir gestorben, Und nur die Mängel rügest du erbittert.–
in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 226f. -
Anna Simson and John Francis Davis (1795–1890): Klage
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in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. -
Victor von Strauß (1809–1899): Wandelung der Freundschaft
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Lieblich kam der Wind von Osten; – Regen ließ er hinter sich. Einst bei Sorgen, einst bei Ängsten, War ich ganz allein für dich! Nun in Ruhe, nun im Glücke Kehrst du um, verlässest mich. Lieblich kam der Wind von Osten; – Stürme folgtem ihm sogleich. Einst bei Sorgen, einst bei Ängsten, War dein Busen mein Bereich; Nun in Ruhe, nun im Glücke, Läßt du mich, Vergess'nem gleich. Lieblich kam der Wind von Osten; Nun auf stein'gem Bergeshaupt Ist kein Halm, das nicht erstorben, Ist kein Baum, der nicht entlaubt. All mein Gutes ist vergessen, Jeder Fehl hervorgeklaubt.–
in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 333. –
in: Gundert, Wilhelm. Lyrik des Ostens. München: Carl Hanser Verlag, 1952. p. 238f. -
Wilhelm Michael Treichlinger (1902–1973): Sanft weht der Ostwind
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in: Treichlinger, Wilhelm Michael. Shu ist jagen gegangen. Chinesische Gedichte aus dem Schi-King.. Zürich: Verlag der Arche, 1948. p. 26.
習習谷風,維風及雨。 將恐將懼,維予與女。 將安將樂,女轉棄予。 習習谷風,維風及頹。 將恐將懼,寘予于懷。 將安將樂,棄予如遺。 習習谷風,維山崔嵬。 無草不死,無木不萎。 忘我大德,思我小怨。