時邁
Anonymous (Shijing)
時邁其邦,昊天其子之。 實右序有周,薄言震之,莫不震疊。 懷柔百神,及河喬嶽。 允王維后。 明昭有周,式序在位。 載戢干戈,載櫜弓矢。 我求懿德,肆于時夏。 允王保之。
Besuch der heiligen Gebirge Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844.
Der Kaiser steigt von seinem Thron herab, Des Reiches weite Gränzen zu besuchen. Der Himmel gab ihm seinen Herrscherstab, Und will ihn recht als seinen Sohn verkünden. Wer glänzt wie er So mild und hehr? Wo er sich zeigt, Das Unheil weicht. Der Himmel ihm die ganze Herrschaft Tschiu Gegeben hat in seiner Gunst zum Erbe; Drum herrscht er auch in Frieden immerzu, Und seinem Glanz muß jeder andre weichen. Wenn er nur winkt, Der Muth entsinkt, Wenn mild er blickt, Auch rings beglückt. Nach den vier Winden liegen um das Reich Die vier Gebirge Yo, wenn sie der Kaiser Bestiegen hat, dann blühen sie sogleich Noch einmal höher und auch doppelt schöner. Die Geister dann Hält er in Bann, Sie sind zur Stell' Aus Luft und Quell. Ein milder Stern, so glänzt er auf dem Thron Des Reiches Tschiu, erfüllet es mit Segen. Seht, alle Speer' und Schilde will er schon, Den Bogen und den Pfeil bei Seite legen. Er spricht: ich schau Im Bild genau: Dem Reich ward Heil Und Fried' zu Theil.
Besuch der heiligen Gebirge Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 333f.
Seht der Kaiser steigt von seinem Throne, Seines Reiches Grenzen zu durchziehn. Hat der Himmel diesem seinem Sohne Nicht die höchste Majestät verliehn? Keinen schmückt als ihn Herrlicher die Krone; Wie er naht, wird ohne Widerstand des Unheils Schatten fliehn. Wahrhaft günstig hat der Himmel lassen Erben ihn die ganze Herrschaft Tschiu. Jeder Schimmer muß dem Glanz erblassen, Jeden Sturm beschwichtigt seine Ruh. Winket er, im Nu Wird dich Zittern fassen. Wie er blickt gelassen, Strömen ihm die Geister alle zu. Südlich, östlich, nördlich, westlich liegen Her um's Reich die vier Gebirge Yo. Wo er ist auf ein Gebirg gestiegen, Blüht's empor sich richtend doppelt hoh. Alle Geister, wo Sie in Luft sich wiegen, Sich in Strömen schmiegen, Kommen dort und huldigen ihm so. Auf dem Throne Tschiu der Stern der Milde Glänzt dem weiten Reiche neues Heil. Eingesammelt hat er Speer' und Schilde, Eingethan den Bogen und den Pfeil. Ganz, so spricht er, weil' Ich bei diesem Bilde, Daß dem Reichsgefilde Werde Frieden überall zu Theil.
Opfergesang des Tschēu-Fürsten anstatt des abwesenden Königs Wu Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 474.
Nun da er durch die Lande zieht, Zeig' ihn als seinen Sohn der hohe Himmel! Ja Ehr' und Folg' im Reiche wurde Tschēu. Denn kaum, daß er sich regen mag, Ist keiner, der nicht bangend zittre. Er zog und sänftigt' alle Geister, Auch die der Ström' und Hochgebirge. Ja er ist König und ist Herr! Voll Glanz und Herrlichkeit ist Tschēu, Und Folg' ist in des Fürsten Würden. Zu Ruhe bracht' er Schild und Speer, Und Pfeil und Bogen schloß er ein. Ich will die höchste Tugend suchen In diesem Hia-Reich auszubreiten. Der König, traun, bewahret sie.