應王中丞思遠詠月詩
Shen Yue 沈約 (441–513)
月華臨靜夜。夜靜滅氛埃。
方暉竟戶入。圓影隙中來。
高樓切思婦。西園遊上才。
網軒映珠綴。應門照綠苔。
洞房殊未曉。清光信悠哉。
In ehrerbietiger Beantwortung des Gedichtes über den Mond vom Oberzensor Wang Ssu-yüan Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 559f.
Heller Mondschein liegt über der ruhigen Nacht; infolge der Ruhe während der Nacht ist aller Staub verschwunden.
Wo des Mondes Licht viereckig begrenzt erscheint, kommt es durch das breite Fenster herein; sein runder Strahl stammt aus einer runden Spalte.
[Beim Anblick dieses Mondlichts bin ich betrübt] wie jene sehnsuchtsvolle Gattin auf dem hohen Turm (im Gedichte des Ts'ao Chih, WH 23/19a); [Du dagegen bist voll Freude] wie einer jener talentvollen Gelehrten, die sich (zusammen mit Ts'ao P'i) im Westpark [von Yeh (Chang-te in Honan) am Mondschein] ergötzen (WH 20/14b).
Der Mond bescheint die rote, netzartige Einfassung der Fenster; er beleuchtet das grüne Moos bei der südlichen Pforte.
In meinem Schlafgemach (obwohl ganz hell) ist es leider noch immer nicht Morgen geworden; dieses reine Mondlicht dauert wirklich besonders lange!