山有扶蘇
Anonymous (Shijing)
山有扶蘇。隰有荷華。
不見子都。乃見狂且。
山有喬松。隰有游龍。
不見子充。乃見狡童。
Der ist's nicht Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 65.
Die Ficht' auf hohem Berge steht,
Das Besenkraut im Thal.
Mein Sinn nach meinem Trauten steht,
Der meines Herzens Wahl,
Da kommt ein Gimpel mir in Weg,
Meint, daß ich ihn im Herzen heg'.
Die Fichte steht auf hoher Höh',
Im Thal das Besenkraut.
Da ich nach meinem Lieben seh',
Nach meinem Buhlen traut,
Da tritt ein Zwerg mir in den Weg,
Und meint, daß ich nach ihm geschaut.
Der Hügel trägt Wacholder Conrad Haußmann (1857–1922)
— in: Haußmann, Conrad. "Im Tau der Orchideen" und andere chinesische Lieder aus drei Jahrtausenden. München: Albert Langen, Verlag für Literatur und Kunst, 1908. p. 13.
Der Hügel trägt Wacholder,
Seerosen trägt das Tal.
Fort ist mein Schatz, mein holder,
Der da – ist fad und schal.
Die Berge tragen Fichten,
Buchweizen trägt das Land.
Das – ist mein Schatz mit nichten,
Das ist ein eitler Fant.
Der Unrechte Ernst Meier (1813–1866)
— in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 25.
Die Berge tragen Bäume
Und Lotusblumen das Thal:
Der Liebste mein
Stellt sich nicht ein;
Doch der da kommt, der ist ein Wicht,
Dem's sicher an Leib und Seel' gebricht.
Die Berge tragen Fichten
Und Besenreiser das Thal:
Mein Schätzelein
Stellt sich nicht ein;
Ein Andrer kommt mir zu Gesicht,
Ein böser Bub', ein Taugenicht.
Der Geliebte wird verspottet Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 163.
Auf Bergen da sind Bäumelein,
Im Thale sind Seerosen fein.
Ich sehe nicht den Schönsten mein,
Seh' einen Kindskopf nur, o Pein!
Auf Bergen schaun die Fichte wir,
Den Knöterich im Thalrevier.
Ich sehe nicht der Männer Zier,
Ein falsches Büblein seh' ich hier.