桑中
Anonymous (Shijing)
爰采唐矣,沬之鄉矣。 云誰之思,美孟姜矣。 期我乎桑中,要我乎上宮,送我乎淇之上矣。 爰采麥矣,沬之北矣。 云誰之思,美孟弋矣。 期我乎桑中,要我乎上宮,送我乎淇之上矣。 爰采葑矣,沬之東矣。 云誰之思,美孟庸矣。 期我乎桑中,要我乎上宮,送我乎淇之上矣。
Ortsgedächtniß Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 43f.
Wenn ich die Pflanze Tang Im Felde Moi pflücke An wen mag ich wohl denken? Ans schöne Mägdlein Mong-Kiang, Denn nach Tsang-Tschong hat mich die Maid Bestellt, kommt in Schang-Kong entgegen mir, Gibt mir nach Ki-Schang das Geleit. Im Felde Moi ärndte ich Am Berge nordwärts hin; An wen wohl denkt mein Sinn? Ans schöne Mägdlein Mong-Kiang; In Tsang-Tschong wartet mein die Braut, Von Schang-Kong sieht sie kommen mich, Bis Ki-Schang freundlich nach mir schaut. Im Felde Moi such' ich Kraut; Da denk' ich wohl an meine Braut? Ja, ja, ans Mägdlein Mong-Kiang, Die nach Tsang-Tschong mich hat bestimmt, Bis Schang-Kong mir entgegen geht, Und dann, ach traurig vor mir steht, In Ki-Schang von mir Abschied nimmt.
Ortsgedächtniß Ernst Meier (1813–1866)
— in: Meier, Ernst. Morgenländische Anthologie. Klassische Dichtungen aus der sinesischen, indischen, persischen und hebräischen Literatur. Leipzig: Verlag des Bibliographischen Instituts, 1875. p. 39.
Ich samml' im Felde Möi die Pflanze Tang; Wer fällt mir ein? Die schöne Maid Mong-kiang! Sie hat bestellt mich an den Platz Tsang-tshong, Kommt mir entgegen in dem Ort Schang-kong Und gibt mir das Geleit bis nach Ki-schang. ich plücke Weizen in Möi am Nordabhang; Wer fällt mir ein? Die schöne Maid Mong-kiang! Sie hat bestellt mich an den Platz Tsang-tschong, Und kommt zu mir wohl in den Ort Schang-kong Und gibt mir das Geleit bis nach Ki-schang.
Ortsgedächtniß Friedrich Rückert (1788–1866)
Im Feld Möi pflückt ich die Pflanze Tang; Wen denk' ich da? die schöne Maid Mong-Kiang; Die mich bestellt hat in Tsang-Tschong, Mir kommt entgegen in Schang-Kong, Und gibt mir das Geleit bis nach Ki-Schang. Im Felde Möi ernt' ich am Nordabhang; Wen denk' ich da? die schöne Maid Mong-Kiang; Die mich erwartet in Tsang-Tschong, Mich kommen siehet von Schang-Kong, Und blickt mir freundlich nach bis an Ki-Schang. Im Felde Möi nach Kräutern ist mein Gang; Wen denk' ich da? da schöne Maid Mong-Kiang; Die mich bestellt hat in Tsang-Tschong, Mir geht entgegen bis Schang-Kong, Und nimmt von mir den Abschied bei Ki-Schang.
Vielerlei Liebschaften Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 119.
Wenn ich geh' und pflücke Thang An der Flur von Mei entlang, Wen ich da im Sinne habe? Ei, die schöne größte Kiang, Welche meiner harrt in Sang-tscheang, Mich begleitet bis nach Khi-tschi-schang. Wenn ich Waizen pflücke hie, Wo ich Mei gen Nord umzieh', Wen ich da im Sinne habe? Ei, die schöne größte Ji, Welche meiner harrt in Sang-tscheang, Mir entgegenkommt bis nach Schang-kang, Mich begleitet bis nach Khi-tschi-schang. Wenn ich geh' und pflücke Fung, Das im Ort von Mei entsprung, Wen ich dann im Sinne habe? Ei, die schöne größte Jung, Welche meiner harrt in Sang-tscheang, Mir entgegenkommt bis nach Schang-kang, Mich begleitet bis nach Khi-tschi-schang.