權輿
Anonymous (Shijing)
於我乎,夏屋渠渠。 今也每食無餘。 于嗟乎,不承權輿。 於我乎,每食四簋。 今也每食不飽。 于嗟乎,不承權輿。
Wie gewonnen, so zerronnen Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 101f.
Wie war doch jegliches Gemach Geräumig, luftig, rein, Wie reich besetzt ein jedes Fach, Wie angefüllt ein jeder Schrein! Doch minder wird es immer mehr, Und nun ich zehr' Am Ungemach. Und weh und ach, Es ging nicht fort, So wie's fing an, Und nach und nach War es verthan. Da wo ich schmauste standen vier Der Becher und es saßen drei Der Gäste immer froh bei mir. Doch heute ist's vorbei! Denn, ach, es rinnet nun so flach, Ich sitz' und trink' Allein am Bach. Und weh und ach, Es ging nicht fort Nach oben auf, Nach unten nahm Es seinen Lauf.
Der Heruntergekommene Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 144f.
Weit und luftig waren die Gemächer, Voll die Schrein' und Fächer Hundert-tausendfach. Heute geht es schwächer, Geht es schwach, Und ich zehr' am Ungemach. Ach und ach, Daß es nicht so fort gegangen, Wie es hoch war angefangen, Alles ist zergangen nach und nach. Wo ich schmaus'te, standen mir vier Becher, Saßen mir drey Zecher, All in Freuden wach. Heute rinnt es flächer, Rinnt es flach, Und ich trink' allein am Bach. Ach und ach, Daß es nicht so fort nach oben Gieng, als wie es angehoben, Alles ist zerstoben nach und nach.
Klage vernachlässigter alter Staatsdiener Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 219.
Einst ward uns, ach, so großes Haus und drin so groß Gemach, Und nun blieb nicht der Rest für eine Mahlzeit nach. O wehe, ach! es ging nicht fort wie sein Beginn versprach. Einst gab es, ach, bei jedem Mahl für uns der Schüsseln vier, Und nun blieb nicht der Rest für eine Mahlzeit hier. O wehe, ach! es ging nicht fort wie sein Beginn versprach.