擬明月何皎皎詩
Liu Shuo 劉鑠 (431–453)
落宿半遙城。浮雲藹層闕。 玉宇來清風。羅帳延秋月。 結思想伊人。沈憂懷明發。 誰為客行久。屢見流芳歇。 河廣川無梁。山高路難越。
In Nachahmung des Gedichtes "Wie glänzend hell scheint doch der Mond!" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 578.
Über der fernen Stadt sinken die Sterne des halben Himmels hinab; treibende Wolken verdunkeln die hohen Mauertore. Über das glänzende Firmament weht ein reiner (kühler) Wind; das feine Gazenetz des Bettes lässt die Strahlen des Herbstmondes herein. Mit tiefer Sehnsucht denke ich meines Gatten; voll Betrübnis kann ich bis zum Morgen nicht schlafen. Weswegen bleibt er so lange in der Fremde verweilen? Schon wiederholt habe ich hinfällige Blüten verwelken gesehen (d.h. schon mehrere Lenze sind vorübergegangen). (Ich möchte ihn suchen gehen) aber der Huangho ist breit, und die Flüsse haben keine Brücken; die Berge sind hoch und auf den Pfaden schwer zu überschreiten.