陸平原機羇宦
Jiang Yan 江淹 (444–505)
儲后降嘉命。恩紀被微身。
明發眷桑梓。永歎懷密親。
流念辭南澨。銜怨別西津。
驅馬遵淮泗。旦夕見梁陳。
服義追上列。矯迹廁宮臣。
朱黻咸髦士。長纓皆俊民契闊承華內。
綢繆踰歲年。日暮聊總駕。
逍遙觀洛川。殂歿多拱木。
宿草凌寒煙。遊子易感慨。
躑躅還自憐。願言寄三鳥。離思非徒然。
Als Beamter fern von der Heimat Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 590.
Der Kronprinz hat mich zu seinem Stallmeister (hsien-ma) ernannt; seine Gnade ist auf mich unbedeutenden Mann herabgekommen.
Als ich morgens nach der Hauptstadt aufbrach, war ich voll Schmerz über das Verlassen der Heimat; ich seufzte tief auf und dachte sehnsuchtsvoll meiner nahen Verwandten.
Von den verschiedensten Erinnerungen überwältigt verliess ich das südliche Ufer; voll Bedauern trennte ich mich von der westlichen Furt (meines Geburtsortes).
Ich galoppierte auf meinem Pferde längs der Flüsse Huai und Ssu; bald darauf erblickte ich Ta-liang und Ch'en-chou (in Honan).
In meiner neuen Eigenschaft als kronprinzlicher Kammerherr folgte ich den hohen Würdenträgern (bei den Audienzen); in angesehener Stellung mischte ich mich unter die Hofbeamten.
Die in der roten Uniform waren alle weise Männer; jene mit der langen Mützenquaste waren alle Helden.
Jetzt mache ich abends manchmal kleine Ausflüge zu Wagen und ergötze mich auf dem Lande an der Betrachtung des reinen Lo-Flusses.
An seinem Ufer finden sich viele Gräber mit hohen Bäumen; das alte Gras (das die Gräber überzieht) ist in kalte Nebel gehüllt.
Ich Wanderer (im fremden Land) werde leicht gerührt; bei diesen Gräbern verzögere ich meine Schritte und bedaure mich selbst (nicht nur die Toten; weil ich fürchte, hier fern von der Heimat zu sterben).
Ich möchte meine traurigen Gedanken den drei (blauen) Vögeln (der Hsi-wang-mu) anvertrauen (damit sie sie meiner Familie mitteilen); dann dürfte meine Sehnsucht nach der Heimat nicht ganz vergebens gewesen sein.