代陸平原君子有所思行
Bao Zhao 鮑照 (414–466)
西上登雀臺。東下望雲闕。 層閣肅天居。馳道直如髮。 繡甍結飛霞。璇題納行月。 築山擬蓬壺。穿池類溟渤。 選色遍齊代。徵聲匝卭越。 陳鍾陪夕讌。笙歌待明發。 年貌不可還。身意會盈歇。 蟻壤漏山阿。絲淚毀金骨。 器惡含滿欹。物忌厚生沒。 智哉眾多士。服理辨昭昧。
Als Ersatz für [das alte Gedicht]: Gedanken eines Edlen Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 581f.
Ich verlasse die Stadt (Yeh-ch'eng) im Westen und steige auf den Söller (mit dem Bronzevogel); ich schaue nach Osten hinab und erblicke den hohen Kaiserpalast. Die gewaltigen Gebäude erinnern in ihrer Majestät an den Hof des Allerhöchsten; die Strassen der Verbotenen Stadt erscheinen gerade wie Haare. Die geschnitzten Firste scheinen die fliegenden Wolken aufzuhalten; die mit Jade eingelegten Balkenenden drohen den Mond in seinem Laufe zu hindern. [Ich erblicke] die beiden künstlichen Berge, eine Nachahmung der Inseln P'eng[-lai] und [Ying-]hu (des Ostmeeres); ich sehe die tiefgegrabenen Weiher, die an die Meere [Pei-]ming und Po[-hai] erinnern. Die schönsten Frauen aus ganz Ch'i und ganz Tai wurden (einst für die Kaiserstadt Ts'ao Ts'ao's) ausgewählt; die besten Sängerinnen wurden aus Ssu-ch'uan und Kuangtung berufen. Glockenspiel erklang während der Abendbankette; von Musik begleitete Gesänge dauerten bis in den frühen Morgen. Doch die Jugend und ihre Reize können nicht festgehalten werden; alle den Leib beherrschenden Wünsche kommen sicher einmal zu ihrem Ende. Ein Ameisenhaufen kann einen Flussdamm zerstören oder einen Berg zu Falle bringen; einige Tränen sind imstande die Gerechtigkeit des Fürsten (die dauerhaft wie Gold oder Bein erscheint) zu erschüttern. Das (in den Chia-yü erwähnte) I-ch'i-Gefäss drohte wenn vollgefüllt, umzustürzen; ein lebendes Wesen läuft Gefahr, durch allzugrosse Üppigkeit unterzugehen (dies war das Schicksal von Ts'ao Ts'ao's Dynastie). Wie weise sind doch jene zahlreichen Gelehrten, welche das Naturgesetz verstehen und moralisch gut von schlecht zu unterscheiden wissen!