駉
Anonymous (Shijing)
駉駉牡馬,在坰之野 。
薄言駉者,有驈有皇,有驪有黃,以車彭彭。
思無疆。思馬斯臧。
駉駉牡馬,在坰之野 。
薄言駉者,有驈有皇,有騂有騏,以車伾伾。
思無期,思馬斯才。
駉駉牡馬,在坰之野 。
薄言駉者,有驒有駱,有駵有雒,以車繹繹。
思無斁,思馬斯作。
駉駉牡馬,在坰之野。
薄言駉者,有駰有騢,有驔有魚,以車祛祛。
思無邪,思馬斯徂。
Die Lieder des Fürsten von Lu, 1. "Die Rosse" Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 250f.
Rosse mit den kräftigen Schenkeln,
Breiten Nasen, hohem Nacken,
Mit den weichen langen Mähnen,
Stark von Huf, weiß von Gebisse.
Rosse gelb und roth und braun
Hält der Fürst sich im Palaste.
Bess're Rosse gibt es nicht,
Bessern Mann nicht gibt's wie ihn.
Rosse stumpf und steif geschweifet,
Gleich von Farb' und auch geflecket,
Glatter Haut und rauher Haare,
Alte und auch junge Rosse,
Ausgewählte und bewährte,
Unberührte, unversehrte,
Deren Muth nicht ist zu beugen,
Wie im Kampf des Fürsten Muth.
Rosse kurz' und schlanken Wuchses,
Feiner oder schwerer Schenkel,
Breit gefleckt, reich betupfet,
Leicht besprenkelt, rundgeäpfelt,
Tiger-, Pardel-, Löwenrosse
Zieht der Fürst sich im Palaste,
Die sich nach dem Ziele sehnen,
Wie der Fürst in Ernst und Scherz.
Rosse, springend wie die Gemsen,
Rosse, gleitend wie die Schlangen,
Rosse, sausend wie die Schwalben
Schwarz und falb, und fuchsig, scheckig,
Blendend weiß und grau getupfet,
Rosse, kurz, von allen Farben,
Grade immer vorwärts schreitend,
Wie der Fürst auf seinem Pfad.
Die Rosse Johann Cramer
— in: Jolowicz, Heinrich. Blüthenkranz morgenländischer Dichtung. Breislau: Verlag von Eduard Trewendt, 1860. p. 81-83.
Rosse mit den kräft'gen Schenkeln,
Breiten Nasen, hohem Nacken,
Mit den weichen, langen Mähnen,
Stark von Huf, weiß von Gebisse;
Rosse gelb und roth und braun
Hält der Fürst sich im Palaste.
Bess're Rosse giebt es nicht,
Bessern Mann nicht giebt's wie ihn.
Rosse stumpf und steif geschweifet,
Gleich von Farb' und auch gefleckt,
Glatter Haut und rauher Haare,
Alte und auch junge Rosse,
Ausgewählte und bewährte,
Unberührte, unversehrte,
Deren Muth nicht ist zu beugen,
Wie im Kampf des Fürsten Muth.
Rosse kurz' und schlanken Wuchses,
Feiner oder schwerer Schenkel,
Breit geflecket, reich betupfet,
Leicht besprenkelt, rundgeäpfelt,
Tiger-, Pardel-, Löwenrosse
Zieht der Fürst sich im Palaste,
Die sich nach dem Ziele sehnen,
Wie der Fürst in Ernst und Scherz.
Rosse, springend wie die Gemsen,
Rosse, gleitend wie die Schlangen,
Rosse, sausend wie die Schwalben,
Schwarz und falb, und fuchsig, scheckig,
Blendend weiß und grau getupfet,
Rosse, kurz von allen Farben,
Grade immer vorwärts schreitend,
Wie der Fürst auf seinem Pfad.
Die Lieder der Fürsten von Lu, 1. "Die Rosse" Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 353f.
Rosse derb von Hinterbacken,
Breit von Nasen, hoch von Nacken,
Rosse weich und kraus von Mähnen,
Stark von Hufen, weiß von Zähnen,
Gelbe, rothe, braune Rosse
Nährt der Fürst in seinem Schlosse.
Seine Rosse sind die besten,
Er der best' in Ost und Westen.
Rosse stumpf und steif von Schweifen,
Gleicher Farb' und bunt von Streifen,
Glatt von Haut und rauh von Haaren,
Rosse jung und alt von Jahren,
Ausgesuchte, auserprobte,
Unversucht, unvertobte,
Deren Muth nicht ist zu dämpfen,
Wie des Fürsten Muth in Kämpfen.
Rosse kurz und lang gestreckte,
Schmal gewürfelt, breit gefleckte,
Rosse fein und stark geschenkelt,
Dicht betupft und leicht besprenkelt,
Tiger-Pardel-Löwenrosse
Zieht der Fürst in seinem Schlosse;
Rastlos streben sie zum Ziele,
Wie der Fürst in Ernst und Spiele.
Rosse, die wie Gemsen hüpfen,
Rosse, die wie Schlangen schlüpfen,
Rosse huschend wie die Schwalben,
Rappen, Füchse, Schecken, Falben,
Schimmel, Apfel-Eisenschimmel,
Alle Farben unter'm Himmel;
Vorwerts alle gehn sie grade,
Wie der Fürst im Ehrenpfade.
Der fürstliche Pferdezüchter Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 499f.
Gar wolgenährte Hengste weiden
Auf der Gemarkung freien Haiden;
Gar wolgenährte, die sich scheiden
In Mohrenköpf' und Isabellen,
In Rappen und Kastanienbraune,
Die vor den Wagen geh'n in Tänzen.
Bedenkend ohne Gränzen,
Denkt er der Ross' und diese glänzen.
Gar wolgenährte Hengste weiden
Auf der Gemarkung freien Haiden;
Gar wolgenährte, die sich scheiden
In Porzellan- und Falbenschecken,
In Goldfüchs' und in Eisenschimmel,
Die vor den Wagen schreiten mächtig.
Ohn' Ende tief bedächtig,
Denkt er der Ross', und die sind prächitg.
Gar wolgenährte Hengste weiden
Auf der Gemarkung freien Haiden;
Gar wolgenährte, die sich scheiden
In Fliegenschimmel, Apfelschimmel,
In Braune und in Tigerschimmel,
Die vor den Wagen geh'n geschlossen.
Bedenkend unverdrossen,
Denkt er der Ross', die hochaufschossen.
Gar wolgenährte Rosse weiden
Auf der Gemarkung freien Haiden;
Gar wolgenährte, die sich scheiden
In Falbe und Muskatenschimmel,
In Weißfuß' und in Glasgeaugte,
Die kräftig rennen vor den Wagen.
Ohn' Arg im Sinn zu tragen,
Denkt er der Ross', und diese jagen.