漸漸之石
Anonymous (Shijing)
漸漸之石,維其高矣。
山川悠遠,維其勞矣。
武人東征,不皇朝矣。
漸漸之石,維其卒矣。
山川悠遠,曷其沒矣。
武人東征,不皇出矣。
有豕白蹢,烝涉波矣。
月離于畢,俾滂沱矣。
武人東征,不皇他矣。
Weiter Marsch Johann Cramer
— in: Cramer, Johann (ed.). Schi-King, oder Chinesische Lieder, gesammelt von Confucius. Neu und frei nach A. La Charme's lateinischer Übersetzung bearbeitet. Fürs deutsche Volk hg. von Johann Cramer, Das himmlische Reich. Oder China's Leben, Denken, Dichten und Geschichte, 4 vols. Crefeld: Verlag der J. H. Funcke'schen Buchhandlung, 1844. p. 187.
Hoch ist der Berg und breit das Thal,
Und immer weiter geht es fort,
Wohl liegt noch fern des Kampfes Ort;
Viel lieber blieb ich heim, wär's meine Wahl.
Steil ist der Berg, das Thal ist eng.
Mühsel'ger immer wird der Pfad;
O wären wir dem Ziel genaht,
Und kämpften schon im Handgemeng'!
Es stiebt der Schnee, das Wetter saust.
Wohl dem, der heim verweilen kann!
Drum Feinde, sagt mir endlich an,
Wie weit noch ist es, wo ihr haus't?
Weiter Kriegszug Friedrich Rückert (1788–1866)
— in: Rückert, Friedrich. Schi-king. Chinesisches Liederbuch, gesammelt von Confucius, dem Deutschen angeeignet von Friedrich Rückert. Altona: J. F. Hammerich, 1833. p. 263f.
Wie ist der Berg so hoch,
Wie ist das Thal so breit!
Und immer immer noch
Zieh' ich so weit, so weit,
Zieh' ich hinaus in Kampf und Streit,
Und säße lieber in der Heimat doch.
Wie ist der Berg so steil,
Wie ist so eng das Thal.
Und immer geht's in Eil
Auf Stegen breit und schmal.
O ständ' ich nur vor'm Feind einmal,
Daß still zu stehn mir würd' einmal zu Theil!
Die Flocken stieben kraus,
Der Regen stürzt im Guß.
Wohl dem, der nicht hinaus
In Wind und Wetter muß.
Ihr Feinde machet mir Verdruß,
Nun sagt mir endlich, wo ihr seid zu Haus?
Mühvoller Marsch Victor von Strauß (1809–1899)
— in: Strauß, Victor von. Schi-king. Das kanonische Liederbuch der Chinesen. Heidelberg: Carl Winter's Universitätsbuchhandlung, 1880. p. 383.
O diese schroffen, jähen Felsen
Mit ihrer Hochansteigbarkeit!
Die weit entlegnen Berg' und Ströme
Mit ihrer Vielbeschwerlichkeit!
Ach, ein Soldat im Marsch gen Osten
Hat keinen Morgen Ruhezeit.
O diese schroffen, jähen Felsen
Mit ihren gipfelichten Höh'n!
Die weit entlegnen Berg' und Ströme,
Wann werden wir ihr Ende seh'n?
Ach, ein Soldat im Marsch nach Osten
Hat nicht die Freiheit, abzugeh'n.
Der Schweine Füße wären weiß,
Durchschritten sie die Wellen all'.
Nun trat der Mond zum Siebenstern
Und bringt der Nässen Überschwall.
Ach, ein Soldat im Marsch gen Osten,
Er hat nichts andres überall.