Xie lin chuan ling yun you shan 謝臨川靈運遊山
by Jiang Yan 江淹 (444–505)
Dynasty: Qi 齊 (479–502)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Liangshi 梁詩 4.1577f.
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Erwin von Zach (1872–1942): Wanderung durch die Berge
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Ich bin auf dem Grossen Strom und dem Meere unter vielen Beschwerden gereist, habe hohe Berge bestiegen und bin wieder in die Täler zurückgekehrt. An herrlichen Plätzen bin ich sicherlich lange verblieben; Orte, die das Herz erfreuen können, sind gewiss nicht für mich umsonst geschaffen worden. In aller Früh bin ich auf den in die Wolken ragenden Pik (WH 25/26b) geklommen, der den Lu- und Huo-Berg überragt. Grüne Berge sind ringsherum ohne Unterbrechung wie Wandschirme aufgestellt, und unter mir liegt ein goldglänzender See, dessen Wasser stets durchsichtig ist. Sterculia-Wälder sind von rötlichen Morgenwolken durchzogen; Steinwände reflektieren das Licht der gerade aufgehenden Sonne. Ich besuche eine Tropfsteinhöhle, von deren Decke Wasser heruntertropft, sowie den einsamen, tiefen Brunnen mit dem rötlichen Sand am Boden. Die Bergschroffen machen, je höher ich hinaufsteige, einen immer wilderen Eindruck; die hohen Felsen werden immer wieder von anderen verdeckt. Rote Edelsteine verbergen sich in der Tiefe durchsichtiger Flüsse; brokatartiger Wellenschaum bedeckt den sandigen Ufersaum. Nächtlicherweile höre ich grosse Affen schreien; morgens sehe ich die fliegenden Hunde aufbrechen. In südlichen Regionen ist das Wetter warm, und rote Blumen öffnen sich zur Winterszeit, während im Norden Schnee fällt. Glücklicherweise wandere ich durch einen Distrikt, dessen Bevölkerung einfach und ungekünstelt ist (Texts of Taoism II 30); und um die wunderbaren Plätze des Altertums kennen zu lernen, besuche ich die Höhle des [berühmten Ta] Yü. Wer wird schliesslich nach mir, meinem Leben und Ruf, fragen? Bilder und Bücher (WH 26/42a) fallen auch endlich der Vernichtung anheim. Besser (als nach eitlem Ruhm zu streben) dürfte es daher für mich sein, auf einem Boot im Cassia-Fluss der Ebbe zu folgen und im Mondschein bis zum Gestade des Meeres vorzudringen. Für einen Mann, der sein Leben erhalten will, ist es wichtig, dass er seiner natürlichen Veranlagung folgt (WH 22/16b, 31/16b); dies will ich hiemit meinen mich leicht verstehenden Freunden kundgegeben haben (WH 30/11a).–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 598f.
江海經邅迴。山嶠備盈缺。 靈境信淹留。賞心非徒設。 平明登雲峰。杳與廬霍絕。 碧障長周流。金潭恒澄徹。 洞林帶晨霞。石壁映初晰。 乳竇既滴瀝。丹井復寥泬。 嵓㟧轉奇秀。崟岑還相蔽。 赤玉隱瑤溪。雲錦被沙汭。 夜聞猩猩啼。朝見鼯鼠逝。 南中氣候暖。朱華凌白雪。 幸遊建德鄉。觀奇經禹穴。 身名竟誰辨。圖史終磨滅。 且泛桂水潮。映月遊海澨。 攝生貴處順。將為智者說。