Xie fa cao hui lian zeng bie 謝法曹惠連贈別

by Jiang Yan 江淹 (444–505)

Dynasty: Qi 齊 (479–502)

Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Liangshi 梁詩 4.1578.

Compare translations

Translations

1
  • Erwin von Zach (1872–1942): Ich widme dieses Gedicht meinem Freunde Hsieh Ling-yün, nachdem ich ihn verlassen habe
    Gestern brach ich auf vom Ufer bei Ch'ih-t'ing, heute übernachte ich in der Bucht von P'u-yang. Gerade vor mir tauchen die merkwürdigen Formen des Wolkenpiks (WH 25/36b) auf; sollte ich mich etwa schon tausend Meilen von Dir entfernt haben? Auf der Matte (des Schiffes) sieht man noch, wo Du (beim Abschied) gesessen bist; Flecken meiner Tränen sind noch auf meinen Ärmeln sichtbar. Vom verankerten Schiff blicke ich zurück nach dem Ufer in äusserster Ferne, das ich verlassen habe; ich habe meine Ruder angehalten, da ich durch einen Schneesturm am Weiterfahren gehindert werde. Während der Schneesturm nicht aufhört, erheben sich in mir infolge der unendlichen Nacht Gedanken der Erinnerung und Sehnsucht. Ich erinnere mich, wie ich einst zusammen mit Dir über den nördlichen See gefahren bin und wie Du auf dem hohen Südturm lange auf meine Ankunft gewartet hast (WH 30/7a). Wir beide ergriffen den Pinsel und beschrieben die neuen Szenerien, an denen wir uns ergötzten; bei der Lektüre gabst Du mir Erläuterungen zweifelhafter Stellen. Wir pflückten Blumen und genossen von ihrem Duft; wir hoben abgefallene Blumenblätter auf und erfreuten uns ihrer noch frischen Farben. Angesichts dieser frischen Farben fürchteten wir nur das schnelle Verwelken der Schönheit; auch in menschlichen Angelegenheiten (z.B. in der Freundschaft) gibt es solchen Verfall. [Im Gedicht des Shih king] "Du mit dem [blauen] Kragen" (Legge IV 144) bedauert [der Freund, seinen Genossen] nicht besuchen zu können; im Gedichte "der Ostwind" wird die Vergänglichkeit der Freundschaft getadelt. Wir müssen daher an der Treue des Chi Cha (BD No. 287) festhalten (der am Grabe des Herrschers von Hsü sein kostbares Schwert aufhing); wir wollen uns nicht vor Tzu-lu (Chung-yu) schämen, der jedes Versprechen am selben Tage erfüllte. Ich hoffe, dass Du wie ein Wunderpilz dreimal im Jahre blühen wirst; Du bist ein herrlicher Bambus, auf den sich meine Liebe stützt. Du, auf den ich mich stütze, hast mir immer schon viel Freundschaft zuteil werden lassen, was nur bewirkt hat, dass jetzt (nach unserer Trennung) mein Herz umso sehnsuchtsvoller ist. Jetzt wandere ich weit entfernt von den Bergen T'u und Sheng (von Deiner Heimat im Shih-ning-Distrikt); doch meine Sehnsucht gehört dem Gestade des Meeres (wo Du lebst). Ich möchte Dich sehen, aber noch ist es ganz unmöglich; wann werden wir uns wohl wieder einer Zusammenkunft erfreuen können? Obwohl ich Dir meine (ganz gewöhnlichen) Gürtelsteine (i.e. Gedichte) vorlegen kann, bist Du schliesslich ausser Stande, mir Deine kostbaren Nachrichten zukommen zu lassen. Und weil Du mir keine Nachrichten senden kannst, ist mein Herz tief betrübt; doch reist man etwa in der Fremde zum Vergnügen? Hoffentlich wird der Schneesturm bald vorübergehen und es wieder Schönwetter werden; der grünende Frühling wird dann das Ufer des Stromes überziehen. Ich will nun auf meinen früheren Reisegenossen warten, um von hier aufzubrechen; unterdessen blicke ich kummererfüllt nach Dir zurück. Wenn das schöne Frühlingswetter sich bis zu Dir in der Ferne ausbreiten sollte, hoffe ich, dass es Dich beeinflussen wird, mir einige wenige Nachrichten zukommen zu lassen, für die ich Dir wie für Edelsteine dankbar sein werde.

    in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 600f.

昨發赤亭渚。今宿浦陽汭。 方作雲峯異。豈伊千里別。 芳塵未歇席。零淚猶在袂。 停艫望極浦。弭棹阻風雪。 風雪既經時。夜永起懷思。 汛濫北湖遊。苕亭南樓期。 點翰詠新賞。開袠瑩所疑。 摘芳愛氣馥。拾蘂憐色滋。 色滋畏沃若。人事亦銷鑠。 子衿怨勿往。谷風誚輕薄。 共秉延州信。無慚仲路諾。 靈芝望三秀。孤筠情所託。 所託已殷勤。祗足攪懷人。 今行嶀嵊外。銜思至海濱。 覿子杳未僝。欵睇在何辰。 雜珮雖可贈。疏華竟無陳。 無陳心悁勞。旅人豈遊遨。 幸及風雪霽。青春滿江臯。 解纜候前侶。還望方鬱陶。 煙景若離遠。末響寄瓊瑤。