Pan huang men yue shu ai 潘黃門岳述哀
by Jiang Yan 江淹 (444–505)
Dynasty: Qi 齊 (479–502)
Included in: Lu Qinli 逯欽立 (ed.). Xian Qin Han Wei Jin Nanbeichao shi 先秦漢魏晉南北朝詩 Beijing: Zhonghua shuju, 1983. Liangshi 梁詩 4.1573.
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Erwin von Zach (1872–1942): Klage um den Tod der Gattin
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Der grünende Frühling geht infolge der steten Bewegung des Himmels schnell vorüber; der Herbst (mit seinem weissen Frost) wird durch die glänzende Sonne, die immer wieder auf- und untergeht, zum Verschwinden gebracht. (Schon vor einem Jahr) ist meine Gattin in die Unterwelt (zu den tiefen Quellen) zurückgekehrt; doch mein Kummer ist noch nicht zu Ende. Ihr Grab ist schon zu Genüge ehrfurchtgebietend; die dort stehenden Zypressen erhöhen nur noch den traurigen Eindruck. Nicht einen Augenblick konnte ich sie bisher noch vergessen; ich suche sie mir in allen ihren guten Eigenschaften (als Gattin, Mutter und Hausfrau) in Erinnerung zu rufen. Vor Schmerz meine Brust schlagend beklage ich meine Einsamkeit; ich fühle mich verworren, wie wenn ich meinen Verstand verloren hätte. Wenn der helle Mond durch die geschnitzten Fenster scheint, glaube ich ihre duftende Gestalt verschwommen zu sehen. Statt meinen Kummer mit dem Kraut des Vergessens zum Verschwinden zu bringen, möchte ich lieber, dass sie mir im Traume erscheint, um meine ewige Sehnsucht nach ihr zu befriedigen. Doch selbst im Traume erscheint sie mir nur unklar; wie könnte ich nur ihre wirkliche Gestalt wieder erblicken? Ich schäme mich, dass ich jene Methode des [Taoisten von] Pei-hai[-chün] (Tote zurückzurufen) nicht verstehe; auch bedaure ich, dass Du nicht die Kunst [der Verwandlung] besitzest, wie einst die Kaiserstochter (Chao-yün; WH 19/1b). Ich besteige den Wagen und fahre nach den fernen Bergen (wo Dein Grab liegt); dort gehe ich weinend auf und ab zwischen den Zypressen und Deinem Grabstein. Wenn der Regen vorüber ist, gibt es keine Wolke, die nicht verschwinden würde; wenn die Blüte verwelkt, bleibt etwa ein Blumenblatt (am Stengel) zurück? (d.h. Du bist für immer entschwunden). Tage und Monate gehen in unaufhörlichem Wechsel vorüber; wann endlich wird im Wachen und Träumen mein Schmerz zur Ruhe kommen?–
in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 589.
青春速天機。素秋馳白日。 美人歸重泉。悽愴無終畢。 殯宮已肅清。松柏轉蕭瑟。 俯仰未能弭。尋念非但一。 撫衿悼寂寞。恍然若有失。 明月入綺窗。髣髴想蕙質。 銷憂非萱草。永懷寄夢寐。 夢寐復冥冥。何由覿爾形。 我慙北海術。爾無帝女靈。 駕言出遠山。徘徊泣松銘。 雨絕無還雲。華落豈留英。 日月方代序。寢興何時平。