侍宴樂遊苑餞呂僧珍應詔詩
Shen Yue 沈約 (441–513)
丹浦非樂戰。負重切君臨。 我皇秉至德。忘己用堯心。 愍茲區宇內。魚鳥失飛沈。 推轂二崤道。揚斾九河陰。 超乘盡三屬。選士皆百金。 戎車出細柳。餞席遵上林。 命師誅後服。授律緩前禽。 函轘方解帶。嶢武稍披襟。 伐罪芒山曲。弔民伊水潯。 將陪告成禮。待此未抽簪。
Im Auftrag des Kaisers verfasse ich diese Verse bei dem Abschiedsfest, das im Lo-yu-Park dem ins Feld ziehenden General Lü Seng-chen gegeben wird Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 304f.
[Als Kaiser Yao] am Ufer des Tan-Flusses [gegen die Miao-tzu kämpfte], freute er sich nicht des Krieges; unter der schweren Last der Regierung entsprach er nur seinen Pflichten als Herrscher (d.h. er wurde zum Krieg gegen die Miao-tzu gezwungen). Unser Kaiser (Liang Wu-ti) besitzt die höchsten Tugenden; er vergisst seine eigene Person und hegt dieselben Gefühle wie der (erwähnte) Kaiser Yao. Er hat das grösste Mitleid mit den Lebewesen dieser Welt; denn diese Welt ist ein gefährliches Chaos, und selbst Vögel und Fische sind in ihren Wohnstätten nicht sicher. Die Karosse des Generals Lü soll jetzt nach den Pässen von Hsiao aufbrechen; seine Fahnen werden am Südufer des Huangho flattern. Seine tapferen Soldaten (die behend auf ihre Kriegswagen springen) tragen dreifache Panzer (auf Brust, Schenkel und Schienbein); seine auserwählten Offiziere sind alle überaus wertvoll (wie etwa hundert Unzen Gold). Während die Kriegswagen das Lager des Generals (ein zweites Hsi-liu des Chou Ya-fu) verlassen, gibt der Kaiser dem General ein Abschiedsfest im Lo-yu-Park (der dem kaiserlichen Shang-lin-Park bei Ch'angan zu vergleichen ist). Der Kaiser lässt die Armee wissen, dass alle Feinde – die sich erst nach der Besiegung unterwerfen – getötet werden müssen; dagegen sollen jene, die sich vor dem Kampfe unterwerfen, begnadigt werden. Die Bevölkerung in der Gegend der Pässe Han[-ku] und Huan[-yuän] ist im Begriffe sich zu unterwerfen; jene beim Yao- und Wu-Pass kann wieder ein wenig aufathmen. Der Kaiser will die Schuldigen (d.h. die nördliche Wei-Dynastie) am Fusse des [Pei-]mang-Berges (bei Loyang) bestrafen und das Volk am Ufer des I-Flusses trösten. Ich möchte an der Zeremonie nach siegreicher Beendigung der Kämpfe teilnehmen; und weil ich darauf warten will, ziehe ich mich noch nicht aus meiner amtlichen Stellung zurück.