詠懷詩八十二首 (其二) "二妃遊江濱"
Ruan Ji 阮籍 (210–263)
二妃遊江濱。逍遙順風翔。
交甫懷佩環。婉孌有芬芳。
猗靡情歡愛。千載不相忘。
傾城迷下蔡。容好結中腸。
感激生憂思。萱草樹蘭房。
膏沐為誰施。其雨怨朝陽。
如何金石交。一旦更離傷。
17 Gedichte, worin ich meine Gefühle besinge. 2) "Die beiden Feen ergötzen sich am Ufer des Grossen Stromes" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 353f.
Die beiden Feen ergötzen sich am Ufer des Grossen Stromes; dem Winde folgend schweben sie sorglos dahin.
Cheng Chiao-fu trägt bei sich die ihm von den Feen geschenkten Gürtelgehänge; sie besitzen noch den Duft der jugendlichen Schönen.
Er ist von tiefen Gefühlen der Liebe zu jenen Feen erfüllt und glaubt selbst in tausend Jahren sie nicht vergessen zu können.
Eine überwältigende Schönheit kann eine ganze Stadt verführen (so heisst es von der Stadt Hsia-ts'ai, Anhui, im Teng-t'u-tzu fu des Sung Yü, WH 19/12a); sie hat mit ihrem herrlichen Antlitz mein Herz in Bande geschlagen.
In Erinnerung an mich (der ich sie verlassen musste) wird sie von traurigen Gedanken erfüllt; sie pflanzt das Kraut der Vergessenheit in ihrem Orchideen-Zimmer (Legge IV 105).
Für wen sollte sie jetzt Haaröl und Salben nach dem Bade gebrauchen? Sie kränkt sich, dass ich nicht komme, ähnlich wie wenn man sich nach Regen sehnt und stets nur die heisse Morgensonne fühlt.
Warum sollte eine Freundschaft, unveränderlich wie Metall oder Stein, eines Morgens eher ihr Ende finden, als jene Liebe zwischen Mann und Weib?