詠懷詩八十二首 (其一) "夜中不能寐"
Ruan Ji 阮籍 (210–263)
夜中不能寐。起坐彈鳴琴。
薄帷鑒明月。清風吹我襟。
孤鴻號外野。翔鳥鳴北林。
徘徊將何見。憂思獨傷心。
Schwermut Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 15.
Ich kann keinen Schlummer finden;
Vorüber ist Mitternacht.
Drum geh' ich, lasse mich nieder,
Und spiele die Zither mit Macht.
Durch meinen dünnen Vorhang
Da dringt der Mondenschein.
Es weht ein frischer Nachtwind,
Und bläst in mein Kleid hinein.
Vom Schrei'n der wilden Gänse
Die einsame Heide erschallt.
Die Vögel des Nordens rufen
Wohl durch den öden Wald.
Ich wandere umher und sinne,
Was mir noch für Unglück droht,
Erfüllt von trüben Gedanken,
Das Herz voll banger Not.
17 Gedichte, worin ich meine Gefühle besinge. 1) "Mitten in der Nacht kann ich nicht schlafen" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 353.
Mitten in der Nacht kann ich nicht schlafen; ich stehe auf, setze mich auf den Bettrand und spiele auf meiner tönenden Laute.
Die dünnen Vorhänge werden von den hellen Mondstrahlen durchdrungen; ein kühler Wind bläst durch mein Gewand.
Eine einsame Wildgans schreit draussen in der Wildnis; der aus Norden gekommene Vogel singt im nördlichen Wald.
Auf und abgehend denke ich nach, was mir in Zukunft noch bevorsteht. Es sind nur traurige Gedanken, die mein Herz peinigen.