情詩
Cao Zhi 曹植 (192–232)
微陰翳陽景。清風飄我衣。
遊魚潛綠水。翔鳥薄天飛。
眇眇客行士。遙役不得歸。
始出嚴霜結。今來白露晞。
遊子歎黍離。處者歌式微。
慷慨對嘉賓。悽愴內傷悲。
Beschreibung meiner Gefühle Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 530.
Eine kleine Wolke verdunkelt die Sonne; ein kühler Wind weht durch mein Gewand.
Wandernde Fische suchen sich im durchsichtigen Wasser zu verbergen; kreisende Vögel fliegen bis ans blaue Firmament.
Weit von der Heimat lebe ich in der Fremde; durch Pflichten bin ich hier festgehalten und kann nicht heimkehren.
Als ich zuerst die Heimat verliess, bildete sich gerade strenger Frost (es war zur Winterszeit); jetzt wird hier der glänzende Tau (von der Morgensonne) schnell aufgesogen (d.h. es ist Sommer geworden).
Der Wanderer in der Fremde denkt mit Seufzen and die Ode Shu-li des Shih king (Legge IV 110; die sich auf die traurigen Verhältnisse in der Hauptstadt bezieht); die in der Heimat Gebliebenen singen das Lied Shih-wei (Legge IV 59; d.h. sie klagen, dass die Krieger aus Feindesland noch nicht zurückgekehrt sind).
Gerührt sitze ich zusammen mit einem herrlichen Gast (aus der Heimat); ich bin voll Kummer und mein Herz ist schmerzbeladen.