浣花女
Lu You 陸游 (1125–1210)
江頭女兒雙髻丫,常隨阿母供桑麻。
當户夜織聲咿啞,地爐豆䕸煎土茶。
長成嫁與東西家,柴門相對不上車。
青裙竹笥何所嗟,插髻爗爗牽牛花。
城中妖姝臉如霞,争嫁官人慕高華。
青驪一出天之涯,年年傷春抱琵琶。
Das Mädchen aus dem Volke Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 164.
Bei der Mutter lebt ein Mädchen
Mit zwei Zöpfen nah am Fluß,
Welches für die Maulbeerbäume
Und den Hanf stets sorgen muß.
In dem Stübchen hört man klappern
Ihren Webstuhl noch bei Nacht,
Wenn den heim'schen Tee zu brühen,
Bohnenstroh im Herd entfacht.
Die Erwachs'ne hat ein Nachbar
Alsobald zur Frau begehrt.
Bis zum Holztor gegenüber
Ist nicht nötig ein Gefährt.
Blauer Rock und Bambuskörbchen
Ihr nie Grund zum Seufzen war,
Und sie schmückt mit bunten Winden
Prächtig sich ihr Zöpfepaar.
In der Stadt die schönen Damen
Mit dem rosigen Gesicht
Woll'n als Gatten nur Beamte,
Sind auf Ehr' und Glanz erpicht.
Mit den stolzen Rappen geht es
Dann wohl in die Ferne weit.
Traurig greifen sie zur Zither
Jedes Jahr, wenn Frühlingszeit.