休上人怨別
Jiang Yan 江淹 (444–505)
西北秋風至。楚客心悠哉。
日暮碧雲合。佳人殊未來。
露彩方汎豔。月華始徘徊。
寶書為君掩。瑤琴詎能開。
相思巫山渚。悵望陽雲臺。
膏爐絕沈燎。綺席生浮埃。
桂水日千里。因之平生懷。
Klage über die Trennung vom Freunde Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 604f.
Aus Nordwesten braust der Herbstwind heran; ich, der Wanderer aus dem Lande Ch'u, bin im Herzen tief traurig.
Abends wenn bei Sonnenuntergang die grünen Wolken sich bilden, ist mein Freund noch immer nicht erschienen.
Der glänzende Tau zeigt gerade seine Schönheit; der strahlende Mond ist eben in langsamem Aufsteigen begriffen.
Weil Du nicht hier bist, schliesse ich das kostbare Sûtra; wie könnte ich die prächtige Laute spielen (in Deiner Abwesenheit)?
Ich empfinde Sehnsucht nach Dir, wie (einst Prinz Hsiang von Ch'u) nach der Fee des Wu-Berges; (wie dieser) vom Yang-Söller sehe ich voll Betrübnis nach Dir aus.
Das Weihrauch-Fass zeigt weder Feuer noch Rauch (ist bereits erkaltet); auf der herrlichen Matte (die ich für Dich vorbereitet habe) hat sich schon flüchtiger Staub angesetzt.
Das Wasser des Cassia-Flusses kann an einem Tage tausend Meilen zurücklegen; mit derselben Schnelligkeit möchte ich Dir die sehnsüchtigen Gedanken meines ganzen Lebens zukommen lassen.