謝僕射混遊覽
Jiang Yan 江淹 (444–505)
信矣勞物化。憂襟未能整。
薄言遵郊衢。總轡出臺省。
淒淒節序高。寥寥心悟永。
時菊耀巖阿。雲霞冠秋嶺。
眷然惜良辰。徘徊踐落景。
卷舒雖萬緒。動復歸有靜。
曾是迫桑榆。歲暮從所秉。
舟壑不可攀。忘懷寄匠郢。
Ausblicke auf der Wanderschaft Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 596f.
Wirklich ich leide unter den ewigen Veränderungen (Wechsel der Jahreszeiten) in der Natur; bis jetzt war es mir nicht möglich, mein Herz von diesem Kummer zu befreien.
Daher will ich mich ein wenig auf den Wegen im Weichbild der Stadt ergehen; ich besteige mein Pferd und verlasse das Ministerium.
Kalt ist diese späte Jahreszeit (der Herbst); [je weiter ich wandere] desto mehr befreit sich mein Herz von seinen traurigen Gedanken.
Wilde Chrysanthemen (die jetzt gerade blühen) glänzen auf den Bergabhängen; rötliche Wolken bedecken die herbstlichen Spitzen.
Voll Liebe für die Schönheiten der Natur bedaure ich gar sehr, dass diese herrliche Zeit zu Ende geht; lange wandere ich auf und ab, während die Sonne untergeht, die ich nicht aufhalten kann.
Obwohl sich in der Natur alle möglichen Veränderungen zeigen, folgt doch immer auf die Bewegung die Rückkehr zur Ruhe (auf das Leben der Tod).
Auch ich bin schon durch das Alter bedrängt; doch ich will in meinem Alter das Leben geniessen (denn ich weiss, ich kann nicht mehr jung werden).
Ein Boot in einer Schlucht sicher zu verstecken (sodass es nicht gestohlen wird), ist unmöglich (Texts of Taoism I 242; d.h. die Veränderungen in der Natur können nicht aufgehalten werden, durch kein Lebenselixier kann ich mehr jung werden); um diese traurigen Gedanken zu vergessen, ist es besser, [die Geschichte vom Mann] von Ying und vom Künstler [Shih] (bei Chuang-tzu, Texts of Taoism II 101) zu lesen (nach dem Tode des Mannes von Ying konnte der Künstler Shih seine Kunst nicht mehr zeigen und war verständig genug, dies offen einzugestehen; ebenso kann ich, einmal alt geworden, nichts mehr tun, um jung zu werden).