嵇中散康言志
Jiang Yan 江淹 (444–505)
曰余不師訓。潛志去世塵。
遠想出宏域。高步超常倫。
靈鳳振羽儀。戢景西海濱。
朝食琅玕實。夕飲玉池津。
處順故無累。養德乃入神。
曠哉宇宙惠。雲羅更四陳。
哲人貴識義。大雅明庇身。
莊生悟無為。老氏守其真。
天下皆得一。名實久相賓。
咸池饗爰居。鍾鼓或愁辛。
柳惠善直道。孫登庶知人。
寫懷良未遠。感贈以書紳。
Ich äussere meine Absichten Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 587f.
Ich befolgte nicht die Ratschläge meines Lehrers, unterdrückte allen Ehrgeiz und zog mich aus dem menschlichen Wirrwarr zurück.
Ich dachte an weite Fernen und wollte diese grosse Welt aufgeben; stolzen Schrittes wollte ich meine Verwandtschaft hinter mir zurücklassen.
[Ich dachte dabei an] den wunderbaren Phönix, der seine Flügel majestätisch entfaltet und sich am Ufer des Westmeeres niederlässt.
Morgens speist er die Früchte des Korallenbaumes, abends trinkt er das Wasser des Jade-Weihers (im K'un-lun-Gebirge).
Wenn wir fern von der Welt in ungestörter Ruhe verbleiben (Texts of Taoism I 248), dann haben wir keine Sorgen und Schwierigkeiten mehr; durch Pflege der Tugend (Texts of Taoism I 314) dringen wir in den Geist der Dinge ein (Legge, I king 390/4).
Wie gross ist doch die Gnade von Himmel und Erde! Trotzdem findet sich der Mensch immer wieder gegenüber gefährlichen Netzen, die überall ausgespannt sind.
Die Philosophen schätzen die Kenntnis der richtigen Lebensweise; die Weisen wissen sich (gegen die Gefahren der Welt) zu schützen.
Chuang-tzu verstand [die Lehre vom] Nichthandeln; Lao-tzu hielt an einem einfachen (ungekünstelten) Leben fest.
Wenn alle in dieser Welt das Tao (Reinheit und Ruhe) erreicht haben, dann wird der Ruhm nur ein [unwichtiger] Begleiter der Wirklichkeit sein (Texts of Taoism I 170; d.h. niemand wird noch Ehrgeiz haben und nach Ruhm streben).
Wenn man den Vogel Yüan-chü (Texts of Taoism II 26) durch die herrliche Musik des Kaisers Huang-ti zu erheitern sucht, kann es geschehen, dass Glocken und Trommeln ihn nur traurig machen (d.h. ein freier Mann wird sich über die Fesseln eines Amtes nicht freuen).
Liu[-hsia] Hui wusste den Menschen in aufrichtiger Weise zu dienen (Legge I 331) [und wurde trotzdem dreimal aus seinem Amte entlassen]; Sun Teng (der sich von der Welt zurückgezogen hat; WH 23/16b), dürfte vielleicht am ehesten mich verstehen.
Meine hier kundgegebenen Absichten sind wirklich von jenen der genannten Männer nicht weit entfernt; getroffen durch ihre mir gewordenen [Ratschläge] will ich diese auf meinem Gürtel verzeichnen (Legge I 296).