遊仙詩十九首 (其一到其七)
Guo Pu 郭璞 (276–324)
京華游俠窟。山林隱遯棲。
朱門何足榮。未若託蓬萊。
臨源挹清波。陵岡掇丹荑。
靈谿可潛盤。安事登雲梯。
漆園有傲吏。萊氏有逸妻。
進則保龍見。退為觸藩羝。
高蹈風塵外。長揖謝夷齊。
青谿千餘仞。中有一道士。
雲生梁棟間。風出窻戶裏。
借問此何誰。云是鬼谷子。
翹迹企潁陽。臨河思洗耳。
閶闔西南來。潛波渙鱗起。
靈妃顧我笑。粲然啟玉齒。
蹇修時不存。要之將誰使。
翡翠戲蘭苕。容色更相鮮。
綠蘿結高林。蒙籠蓋一山。
中有冥寂士。靜嘯撫清絃。
放情凌霄外。嚼蘂挹飛泉。
赤松臨上游。駕鴻乘紫煙。
左挹浮丘袖。右拍洪崖肩。
借問蜉蝣輩。寧知龜鶴年。
六龍安可頓。運流有代謝。
時變感人思。已秋復願夏。
淮海變微禽。吾生獨不化。
雖欲騰丹谿。雲螭非我駕。
愧無魯陽德。迴日向三舍。
臨川哀年邁。撫心獨悲吒。
逸翮思拂霄。迅足羡遠游。
清源無增瀾。安得運吞舟。
珪璋雖特達。明月難闇投。
潛穎怨清陽。陵苕哀素秋。
悲來惻丹心。零淚緣纓流。
雜縣寓魯門。風暖將為災。
吞舟涌海底。高浪駕蓬萊。
神仙排雲出。但見金銀臺。
陵陽挹丹溜。容成揮玉杯。
姮娥揚妙音。洪崖頷其頤。
升降隨長煙。飄颻戲九垓。
奇齡邁五龍。千歲方嬰孩。
燕昭無靈氣。漢武非仙才。
晦朔如循環。月盈已復魄。
蓐收清西陸。朱羲將由白。
寒露拂陵苕。女蘿辭松柏。
蕣榮不終朝。蜉蝣豈見夕。
圓丘有奇草。鍾山出靈液。
王孫列八珍。安期鍊五石。
長揖當途人。去來山林客。
Sieben Gedichte über Wanderungen mit Unsterblichen Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 327-331.
Die Residenz ist der Versammlungsort aller fahrenden Ritter; in den Bergwäldern hausen dagegen die Eremiten.
Was haben die roten Pforten (der Reichen und Angesehenen) an sich, das beneidenswert wäre? Besser ist es auf der Insel der Unsterblichen (P'eng-lai) zu leben.
Dort kann man das Lebenselixir mit der Hand aus einer reinen Quelle schöpfen; dort kann man auf Hügel steigen und rötliche Wunderpilze pflücken.
Im Tal der Geister kann man verborgen sich ergötzen; wozu braucht man ein hoher Beamter zu werden?
Einst gab es in Ch'i-yüan den stolzen Chuang-tzu (der selbstzufrieden in niedriger Stellung verblieb; Texts of Taoism I 36); Lao-lai-tzu hatte eine Gattin, die seine Unabhängigkeit höher schätzte als einen Beamtenposten.
Wenn wir nach Unsterblichkeit streben, werden wir unsere Freiheit behalten wie Drachen; wenn wir dagegen hier auf Erden unter den Menschen bleiben, sind wir Widdern zu vergleichen, die gegen den sie umgebenden Zaun stossen.
Wir wollen uns hoch über den Staub dieser Welt erheben und dann aus den Lüften uns tief verbeugen vor [Po] I und [Shu] Ch'i, deren Beispiel - sie starben Hungers im Shou-yang-Gebirge - wir sicher nicht folgen werden.
In der grünen, über tausend Klafter tiefen Schlucht (des Ying-Flusses) lebt ein taoistischer Priester.
Aus den Balken seiner Hütte kommen Wolken hervor; Wind erhebt sich aus deren Fenster und Türen.
Wenn man frägt, wer ist es, der hier wohnt, so heisst es, es sei Kuei-ku-tzu.
Ich aber sehne mich Hsü Yu zu begegnen (der auch am nördlichen Ufer des Ying-Flusses leben soll); am Ufer dieses Flusses möchte ich (wie einst er) mir die Ohren waschen (um nichts mehr von der Welt zu wissen).
Da weht plötzlich aus Südwesten ein Wind heran; das früher ruhige Wasser kräuselt sich fischschuppenähnlich (und daraus erhebt sich die wunderbare Fee Fu-fei).
Sie sieht mich und lächelt mir zu; dabei zeigt sie die wie Jade glänzenden Zähne.
Leider gibt es gerade hier keine Vermittlerin; wen könnte ich wohl beauftragen, jene Fee einzuladen [mit mir umherzuwandern]?
Der Königsfischer(-Vogel) ergötzt sich unter Orchideen; die Umgebung lässt seine Farbe und Gestalt umso lebhafter hervortreten.
Immergrüner Epheu windet sich um hohe Bäume und bedeckt mit seiner Üppigkeit den ganzen Berg.
Auf diesem Berg lebt ein zurückgezogener Gelehrter; von Stille umgeben pfeift er oder spielt auf den hellklingenden Saiten seiner Laute.
Er lässt seine Gedanken jenseits des Firmamentes schweifen; er kaut Blumenblätter und schöpft Wasser vom Wasserfall.
Ch'ih-sung[-tzu] schwebt hoch über ihm in den Lüften; auf einer Wildgans sitzend fährt er durch die violetten Dünste.
Links hält er sich am Ärmel des Fou-ch'iu[-kung]; rechts klopft er auf die Schulter des Meisters Hung-yai.
Ich möchte die kurzlebigen Menschen befragen, woher sollten sie das hohe Alter jener drei Unsterblichen kennen (das an das Alter der Schildkröte und des Kranichs erinnert).
Wie könnte man doch die sechs Drachen (des Sonnenwagens) zum Stehen bringen? Die vier Jahreszeiten ziehen in ewigem Wechsel vorüber. Die Jahreszeiten ändern sich und durch diese Änderung werden die Gedanken der Menschen ergriffen; wenn wir schon im Herbst angelangt sind, wünschen wir den Sommer zurück.
Der Fasan taucht im Huai-Flusse unter und wird zur Seeschlange, der Sperling fliegt in das Meer und wird zur Muschel; nur wir Menschen können uns nicht aus eigenem Antrieb verwandeln.
Obwohl wir uns in ein Paradies zu erheben wünschen (wo es keinen Tod gibt), wollen Wolken und Drachen uns nicht als Vehikel dabei behilflich sein.
Wir müssen uns schämen, nicht die Fähigkeit eines Lu-yang[-kung] zu besitzen; er konnte (durch Schwingen seiner Lanze) die Sonne um drei Sternbilder (des Zodiakus) zurückrücken.
Am Ufer des Stromes bedauern wir das Vergehen der Lebensjahre (die schnell wie das Wasser dahinfliessen); mit der Hand am Herzen können wir nichts anderes tun als tief aufseufzen.
Ein starker Flügel verlangt das Firmament zu streifen; ein flinker Fuss strebt nach fernen Gegenden.
Ein reiner Bach hat keine hohen Wellen; wie könnte er den Schiffe verschlingenden [Walfisch] fassen? (Ebenso ist die Welt für die unsterblichen Genien zu klein).
Obwohl ein Juwel (wie z.B. die Mondperle) aussergewöhnlich schön ist, kann man sie doch im Dunkeln anderen Leuten nicht als Geschenk anbieten (ohne dadurch Verdacht zu erregen; ebenso wird das herrliche Leben der Genien verdächtigt, wenn man darüber mit dummen Menschen dieser Welt spricht).
Das Kraut, das noch in der Erde verborgen ist (und daher von der Sonne nicht erreicht wird), ärgert sich über das späte Erscheinen des Frühlings; die auf dem Hügel wachsende Orchidee (ist zuerst dem Frost ausgesetzt und) beklagt das frühe Kommen des Herbstes (d.h. die Menschen sind über die kurze Dauer des Lebens ungehalten, wollen aber nicht versuchen Genien zu werden).
[Wenn ich an diese Menschen denke], kommt Kummer über mich, mein mitfühlendes Herz trauert und Tränen fliessen längs meines Mützenbandes herab.
Der Riesenvogel [Yüan-chü] lässt sich auf dem [Ost]tor der Hauptstadt von Lu nieder; weil auf dem Meere ein heisser Taifun wütet, fürchtet er, dass ihm ein Unglück zustossen könnte.
Der Schiffe verschlingende [Walfisch] kommt aus den Tiefen des Meeres empor; die dadurch entstandenen hohen Wellen überströmen die Genieninsel P'eng-lai.
(Trotz dieses gewaltigen Sturmes und hohen Wellenschlages) teilen die Unsterblichen die Wolken und werden auf ihren, nur aus Gold und Silber bestehenden Söllern sichtbar.
Ling-yang [Tzu-ming] trinkt dort sein Lebenselixir; Jung-ch'eng[-kung] schwingt seinen Jadebecher.
(Die Mondgöttin) Ch'ang O erhebt ihre schöne Stimme; Meister Hung-yai nickt anerkennend mit seinem Kinn.
Diese Unsterblichen steigen empor und sinken wieder herab, wobei sie auf langen Nebelbänken sitzen; schwebend ergötzen sie sich, alle Weltgegenden durchfliegend.
Sie alle besitzen eine wunderbare Lebensdauer, länger als jene der fünf Drachengenien; obwohl tausend Jahre alt, sehen sie doch gerade so aus wie neugeborene Kinder.
Herzog Chao von Yen hatte leider nicht die übernatürliche Kraft (ein Genius zu werden); ebensowenig besass Kaiser Han Wu-ti diese Fähigkeit (obwohl beide Herrscher unsterblich werden wollten, hatten sie keinen Erfolg).
Das Abnehmen und Zunehmen des Mondes ist in fortwährendem Wechsel begriffen; der Vollmond wird schon morgen wieder eine dunkle Sichel zeigen.
Der Geist Ju-shou (des ersten Herbstmonats) reinigt die Strasse (der Sonne) nach Westen; denn die Sonne schickt sich an, den weissen Weg zurückzulegen (d.h. die Bahn des Mondes während der Nacht, Legge V 689/10).
Der kalte Tau des Herbstes trifft die Orchidee des Hügels; der verdorrte Epheu verlässt seine Fichte und fällt herab.
Der ephemere Pilz überdauert kaum einen Morgen; wie sollte die Eintagsfliege den Abend erleben? (d.h. auch ausserhalb des Herbstes gibt es kurzdauerndes Leben).
Im Yüan-ch'iu-Reich wächst ein wunderbares Kraut: isst man es, erlangt man langes Leben; der Chung-Berg (des Nordens) bringt ein Lebenselixir hervor.
Die Söhne der Vornehmen nähren sich von den acht Delikatessen und verkürzen dadurch ihr Leben; Meister An-ch'i schmilzt fünf Steinsorten zusammen und verlängert durch diese Arznei sein Leben.
Ich mache eine tiefe Verbeugung vor den Mächtigen dieser Welt (die ich verlassen will); denn ich will mich in die Bergwälder zurückziehen (und die Methoden der Lebensverlängerung studieren).