古詩十九首 (其十二) "東城高且長"
Anonymous (Lu Qinli)
東城高且長。逶迤自相屬。
迴風動地起。秋草萋已綠。
四時更變化。歲暮一何速。
晨風懷苦心。蟋蟀傷局促。
蕩滌放情志。何為自結束。
燕趙多佳人。美者顏如玉。
被服羅裳衣。當戶理清曲。
音響一何悲。絃急知柱促。
馳情整巾帶。沉吟聊躑躅。
思為雙飛燕。銜泥巢君屋。
Neunzehn alte Gedichte "Die Ostmauer der Stadt ist hoch und lang" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 517.
Die Ostmauer der Stadt ist hoch und lang; in Windungen zieht sie sich lange hin.
Ein Wirbelwind erhebt sich, der die Erde erschüttert; er bläst über das Herbstgras, das noch üppig grün ist.
Die vier Jahreszeiten verändern sich ununterbrochen (gehen in einander über); wie schnell ist doch das Ende des Jahres gekommen!
(Wir lesen jetzt) das Lied vom Habicht im Shih king (Legge IV 200) und fühlen uns betrübt; (wir summen das Lied vom) Heimchen (IV 174) und sind niedergedrückt (beengt).
Wir müssen daher unsere Bedenken wegschwemmen und unseren Neigungen freien Lauf lassen; warum sollten wir uns immer Fesseln anlegen?
In den Ländern Yen und Chao gibt es gar viele schöne Mädchen; die Schönste (unter ihnen) besitzt ein Antlitz wie Jade.
Sie trägt herrliche Gewänder aus Seidengaze; sie sitzt am Fenster und übt ihre keuschen Lieder.
Wie traurig klingt doch ihre Stimme! Aus den hohen Tönen erkennen wir, dass die Saiten straff gespannt sind.
In Liebe entbrannt rücke ich Kopftuch und Gürtel zurecht; in Gedanken verloren gehe ich zögernd auf und ab.
Ich wünschte zum Schwalbenpaar zu gehören, das Kot im Schnabel ein Nest auf ihrem Hause baut.