古詩十九首 (其十一) "迴車駕言邁"
Anonymous (Lu Qinli)
迴車駕言邁。悠悠涉長道。
四顧何茫茫。東風搖百草。
所遇無故物。焉得不速老。
盛衰各有時。立身苦不早。
人生非金石。豈能長壽考。
奄忽隨物化。榮名以為寶。
Neunzehn alte Gedichte "Im Begriffe aufzubrechen wende ich den Wagen" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 517.
Im Begriffe aufzubrechen wende ich den Wagen; weit ist die Reise, die ich hiemit antrete.
Ich blicke überall herum; wie ausgedehnt ist doch die üppig bewachsene Ebene! Der Ostwind bringt ihre ganze Vegetation in Bewegung.
Alles was ich sehe, ist neu (vom alten Gras ist nichts mehr zu sehen; wenn die Veränderung in der Natur so schnell vor sich gehen) wie könnte man selbst nicht schnell alt werden?
Wachstum und Welken haben beide ihre bestimmte Zeit; wir beklagen es daher, wenn wir nicht frühzeitig in unserer Jugend einen guten Beamtenposten erlangen.
Das menschliche Leben besitzt nicht dieselbe Dauer wie Erz und Stein; können wir etwa unser Alter verlängern?
Schon nach kurzer Zeit gehen wir ähnlich wie die Vegetation zugrunde; daher betrachten wir glänzenden Ruhm als besonders wertvoll.