古詩十九首 (其十) "迢迢牽牛星"
Anonymous (Lu Qinli)
迢迢牽牛星。皎皎河漢女。 纖纖擢素手。札札弄機杼。 終日不成章。泣涕零如雨。 河漢清且淺。相去復幾許。 盈盈一水間。脉脉不得語。
Neunzehn alte Gedichte "Gar ferne leuchtet der Stern des Rinderhirten" Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 516f.
Gar ferne leuchtet der Stern des Rinderhirten; glänzend erscheint der Stern der Weberin [am Rande] der Milchstrasse. Die Weberin streckt ihre grazilen, weissen Hände aus, während sie am klappernden Webstuhl sitzt. Den ganzen Tag kommt aber kein Gewebe zustande, denn ihre Tränen fallen wie Regen. Die Milchstrasse ist klar und seicht; die Beiden (Rinderhirt und Weberin) sind von einander gar nicht weit entfernt. Zum Greifen nahe sind sie doch durch einen Fluss (die Milchstrasse) getrennt; obwohl sie sich sehen, können sie einander nicht sprechen.