緇衣
Anonymous (Shijing)
緇衣之宜兮,敝予又改為兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
緇衣之好兮,敝予又改造兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
緇衣之蓆兮,敝予又改作兮。
適子之館兮,還予授子之粲兮。
Einfall Albert Ehrenstein (1886–1950)
— in: Ehrenstein, Albert. Chinesische Dichtungen. Lyrik, Werke. München: Klaus Boer Verlag, 1995. p. 24f.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Und ist es abgetragen,
So ist es ihm nicht leid;
Ich mach ihm gern ein neues,
Ich näh und überstreu es
Mit glänzendem Geschmeid
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofmannskleid;
Ich seh es mit Behagen,
Die andern sehn's mit Neid.
Ihr neidet nicht das Kleid,
Ihr traget schweren Neid,
Weil ihr so schön nicht seid
Wie er, mein Lustgeschmeid.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofgewand.
Er bringt – ich darf nicht klagen –
Mir jeden Tag ein Pfand,
Ein Pfand von seiner Liebe;
Wenn er nur länger bliebe!
Das wehret ihm sein Stand.
Er trägt an allen Tagen
Sein schwarzes Hofgewand.
Und kommt – ich will nicht klagen –
So oft der Abend schwand.
Legt's ab, so wie er naht;
Und wenn er geht, dann hat
Ein neues er von meiner Hand.
Er trägt an allen Tagen
Die schwarze Hofmannstracht.
Ich will es ihm nicht sagen,
Was ich mir ausgedacht:
Wenn er das Kleid legt nieder,
So geb ich's ihm nicht wieder,
Dann bleibt er Tag und Nacht.