苦寒行 (其一) "北上太行山"
Cao Cao 曹操 (155–220)
北上太行山。艱哉何巍巍。
羊腸坂詰屈。車輪為之摧。
樹木何蕭瑟。北風聲正悲。
熊羆對我蹲。虎豹夾路啼。
谿谷少人民。雪落何霏霏。
延頸長歎息。遠行多所懷。
我心何怫鬱。思欲一東歸。
水深橋梁絕。中路正徘徊。
迷惑失故路。薄暮無宿栖。
行行日已遠。人馬同時飢。
擔囊行取薪。斧冰持作糜。
悲彼東山詩。悠悠使我哀。
Ich klage über die Kälte Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 479f.
Im Norden steige ich den T'ai-hang-Berg hinauf; schwierig ist der Weg; wie gewaltig hoch ist doch der Berg!
Gewunden sind seine Serpentinen, auf denen die Wagenräder brechen.
Wie unwirtlich (entlaubt) sehen doch die Bäume aus! Denn gerade jetzt (im Winter) weht ein trauriger Nordwind.
Bären kauern vor mir; Tiger und Leoparden brüllen zu beiden Seiten des Weges.
In den Tälern sieht man nur wenig Menschen; wie dicht fällt doch der Schnee!
Ich recke den Hals (nach meiner Heimat) und seufze lange; denn auf dieser weiten Reise überfallen mich viele Erinnerungen.
Wie bedrückt ist doch mein Herz! Ich sehne mich, wenigstens einmal wieder nach Osten zurückzukehren.
Die Flüsse sind tief und die Brücken zerstört; mitten auf der Reise zögere ich und weiss nicht, wohin ich mich wenden muss.
Verirrt finde ich nicht mehr zurück auf den alten Weg; es wird schon Abend und noch immer habe ich mein Nachtquartier nicht erreicht.
Da ich mich mit jedem Tage weiter von der Heimat entfernt habe (sind meine Vorräte erschöpft); Menschen und Pferde sind beide zu gleicher Zeit hungrig geworden.
Mit einem Sack am Rücken gehe ich Brennholz sammeln; mit einer Axt öffne ich das Eis des Flusses, entnehme ihm Wasser und koche mir meine Reissuppe.
Ich erinnere mich mit Betrübnis des Gedichtes (im Buche der Oden, Legge IV 235, worin von den Soldaten Chou-kong's erzählt wird, dass sie drei Jahre im Osten kämpften), [und diese lange Zeit eines Feldzugs] macht mich tief aufseufzen.