遊敬亭山詩
Xie Tiao 謝朓 (464–499)
茲山亘百里。合沓與雲齊。
隱淪既已託。靈異居然棲。
上干蔽白日。下屬帶迴谿。
交藤荒且蔓。樛枝聳復低。
獨鶴方朝唳。飢鼯此夜啼。
渫雲已漫漫。夕雨亦淒淒。
我行雖紆組。兼得尋幽蹊。
緣源殊未極。歸徑窅如迷。
要欲追奇趣。即此陵丹梯。
皇恩竟已矣。茲理庶無暌。
Gedicht vom Ching-t'ing-Berge Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 466f.
Dieser Berg dehnt sich hundert Meilen weit; übereinandergetürmt reichen seine Felsen bis in die Wolken.
Einerseits haben sich Einsiedler dort niedergelassen, andererseits haben Unsterbliche diesen Berg als Aufenthaltsort gewählt.
Nach oben hin verdunkelt er die helle Sonne; nach unten hin ist er von gewundenen Flüssen umgeben.
Schlingpflanzen zeigen sich in Hülle und Fülle; krumme Äste strecken sich nach oben und unten.
Ein einzelner Kranich ruft gerade am Morgen; der fliegende Hund hat während dieser Nacht vor Hunger geweint.
Zahlreich sind die aus dem Berge hervorkommenden Wolken, und kalt ist der Regen, der hier in Menge niedergeht.
Obwohl ich hierher (nach Hsüan-ch'eng) mit der Schärpe des Beamten gekommen bin, finde ich doch auch Zeit, um versteckte Bergwege aufzusuchen.
Den Bach zur Quelle verfolgend komme ich durchaus an kein Ende; der Rückweg kommt mir fremd vor, wie wenn ich ihn verloren hätte.
Wenn man ungewöhnliche Freuden sucht, muss man von hier aus noch höher auf den Ching-t'ing-Berg hinaufsteigen.
Wenn einmal die Gnade des Kaisers vorüber ist (und ich nicht mehr Präfekt von Hsüan-ch'eng bin), hoffe ich dass für diese Vergnügungen kein Hindernis mehr vorliegen wird.