始出尚書省詩
Xie Tiao 謝朓 (464–499)
惟昔逢休明。十載朝雲陛。
既通金閨籍。復酌瓊筵醴。
宸景厭昭臨。昏風淪繼體。
紛虹亂朝日。濁河穢清濟。
防口猶寬政。餐荼更如薺。
英袞暢人謀。文明固天啟。
青精翼紫車犬。黃旗映朱邸。
還覩司隸章。復見東都禮。
中區咸已泰。輕生諒昭洒。
趨事辭宮闕。載筆陪旌棨。
邑里向疏蕪。寒流自清泚。
衰柳尚沈沈。凝露方泥泥。
零落悲友朋。歡娛燕兄弟。
既秉丹石心。寧流素絲涕。
因此得蕭散。垂竿深澗底。
Als ich zum ersten Mal das Amt des Ministerrates verliess Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 552f.
Ich denke daran, dass ich früher mit einem weisen Herrscher (Kaiser Ch'i Wu-ti) zusammen getroffen bin; zehn Jahre lang erschien ich vor den Stufen seines erhabenen Thrones.
Einerseits hatte ich als Hofbeamter Zugang zum Kaiserpalast (durch die Pforte mit dem Bronzepferd), andererseits wurde ich zu den kaiserlichen Banketten eingeladen.
Kaiser Wu-ti (das Licht des Polarsterns) wurde müde das Reich zu erleuchten (d.h. er starb); ungünstige Einflüsse stürzten seinen Nachfolger (Hsiao Chao-yeh; BD No. 699) ins Verderben.
Damals verdunkelte ein wüster Regenbogen die Morgensonne, und der schmutzige Huangho machte den (reinen) Chi-Fluss trübe (d.h. Verläumder hatten beim Kaiser Erfolg).
[Wenn man die Regierung des bösen Li-wang von Chou] der jede Kritik verbot [mit jener des Yü-lin-wang (Hsiao Chao-yeh) vergleicht] so kann erstere noch als milde bezeichnet werden; [vergleicht man die Herrschaft des Yü-lin-wang mit dem] Essen eines bitteren Krautes, so kann letzteres noch süss genannt werden.
Ein wackerer Minister (Hsiao Luan) entsprach den Hoffnungen des Volkes; Weisheit und Einsicht waren ihm von Geburt an durch den Himmel gegeben.
Der mystische Geist (des Fang-Sternbildes) beschützte die violette Karosse (dieses Ministers); eine gelbe (kaiserliche) Fahne erstrahlte über seinem prinzlichen Palast.
(Nachdem er die Leitung des Reiches übernommen hatte) haben wir die Regierung eines zweiten Kaisers Kuang-wu-ti (als dieser noch Polizeikommandant war) erlebt; nochmals haben wir die alten Zeremonien von Loyang (wie einst zur Zeit des Keng-shih; BD No. 1308) gesehen.
Überall im Mittelreich herrscht jetzt Frieden; auch ich (dessen Leben schon in grosser Gefahr war) bin jetzt wieder rehabilitiert (d.h. von früheren Verläumdungen reingewaschen worden).
Nachdem ich lange mit grossem Eifer meine Pflichten erfüllt hatte, verliess ich das shang-shu-sheng des Kaiserpalastes, wo ich als Sekretär des Generalissimus (Hsiao Luan) arbeitete (und begab mich in die Heimat).
Meine Heimat ist (infolge der Unruhen) allmählich menschenarm geworden und verwildert; doch ein kalter Fluss rauscht wie früher dort frisch und glänzend vorüber.
Alte Weiden sind stets noch in üppigem Wachstum; dicke Tautropfen bilden sich gerade in grosser Menge.
Ich trauere über den Verlust so vieler Freunde, werde aber wieder Freude empfinden, wenn ich meinen Brüdern ein Fest kann geben.
Da ich entschlossen bin (mich von der Welt zurückzuziehen), wie würde ich (gleich Mo-tzu) Tränen vergiessen [über die eigene Unentschlossenheit, als er nämlich nicht wusste, welche Farbe er seiner] weissen Seide [geben sollte]?
Mit dieser Entschlossenheit werde ich schliesslich das ruhige Leben eines Einsiedlers führen und im tiefen Giessbach die Angelschnur auswerfen können.