郡內高齋閒望答呂法曹詩
Xie Tiao 謝朓 (464–499)
結構何迢遰。曠望極高深。 窗中列遠岫。庭際俯喬林。 日出眾鳥散。山暝孤猿吟。 已有池上酌。復此風中琴。 非君美無度。孰為勞寸心。 惠而能好我。問以瑤華音。 若遺金門步。見就玉山岑。
Ich sitze müssig in meiner hochgelegenen Studierkammer im Yamen von Hsüan-ch'eng und beantworte ein Gedicht des Justizbeamten Lü [Seng-chen] Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 439f.
Wie hoch und luftig ist doch dieser Bau! Ich blicke in die Weite und sehe in äusserster Entfernung hohe Berge und tiefe Ströme. Vor dem Fenster meiner Studierkammer sind diese fernen Berge ausgebreitet; über den Rand meines Hofes schauen hohe Waldbäume. Bei Sonnenaufgang verteilen sich die Vögel nach allen Seiten; abends wenn die Berge zu dunkeln beginnen, hört man vereinzelte Affen schreien. Nachdem ich unten am Ufer des Sees Wein getrunken habe, steige ich wieder hier herauf, um beim Wehen des Windes auf der Gitarre zu spielen. Wenn Du nicht einen so aussergewöhnlich schönen Charakter besässest, nach wem würde ich mich noch (in so herrlicher Umgebung) sehnen? Du liebst mich und weisst mich zu schätzen; daher hast Du mir ein herrliches Gedicht übersandt (Legge IV 136). Wenn einmal Deine Schritte das Goldthor [des Kaiserpalastes] verlassen werden, komme zu mir in diese schöne Gegend (die an das Edelsteingebirge der Hsi-wang-mu erinnert).