遊赤石進帆海詩
Xie Lingyun 謝靈運 (385–433)
首夏猶清和。芳草亦未歇。
水宿淹晨暮。陰霞屢興沒。
周覽倦瀛壖。況乃陵窮髮。
川后時安流。天吴靜不發。
揚帆採石華。掛席拾海月。
溟漲無端倪。虛舟有超越。
仲連輕齊組。子牟眷魏闕。
矜名道不足。適己物可忽。
請附任公言。終然謝天伐。
Ich besuche den Roten Felsen und fahre auf einem Segelboot ins Meer hinaus Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Die chinesische Anthologie, Harvard Yenching Institute Studies 18. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1958. p. 340f.
Jetzt am Beginn des Sommers ist das Wetter noch kühl und milde; die duftenden Kräuter (die in der Sommerhitze vertrocknen) sind auch noch nicht alle verwelkt.
Ich verbleibe am Ufer des Meeres von Morgen bis Abend; während dieser Zeit erheben sich wiederholt dunkle Wolken und verschwinden wieder.
Ich blicke überall umher und ermüde vom Suchen der Grenzen des unendlichen Ozeans; wie erst wenn man die graslosen Wüsten des Nordens überschauen würde!
Der Herrscher der Gewässer zeigt gerade jetzt keine Bewegung; auch der Wassergeist T'ien-wu ist in Ruhe und wirft keine Wellen auf.
Ich hisse mein Segel, um (essbares) Felsenmoos pflücken zu gehen; ich fahre mit meinem Segler hinaus, um Meeresquallen zu sammeln.
Die Flut erscheint plötzlich ohne vorherige Anzeichen, aber mein leichtes Boot (worin ich allein sitze) überwindet alle Schwierigkeiten.
Einst fuhr [Lu] Chung-lien aufs Meer hinaus, denn er wollte von einer Belohnung durch den Herzog von Ch'i nichts wissen; Tzu-mou (Texts of Taoism I 387) dagegen (obwohl an der Küste des Meeres lebend) sehnte sich nach dem Palaste des Wei-Fürsten.
Wenn einer nach Ruhm strebt (wie Tzu-mou), ist seine Ethik noch unvollkommen; wenn jemand in sich selbst seine Befriedigung findet (wie Lu Chung-lien), kann er die Aussenwelt vernachlässigen.
Ich möchte mich nach den Worten des T'ai-kung-jen (Texts of Taoism II 33) richten (der da meinte, dass ein gerader Baum, weil deutlich sichtbar, zuerst gefällt werde); so werde ich vielleicht vermeiden, in jungen Jahren ins Unglück zu stürzen (dadurch dass ich mich von der Welt zurückziehe).