聞故人自征戍回
Wang Jian 王建 (ca. 766–ca. 830)
昔聞著征戍,三年一還鄉。
今來不換兵,須死在戰場。
念子無氣力,徒學事戎行。
少年得生還,有同墮穹蒼。
自去報爾家,再行上高堂。
爾弟修廢櫪,爾母縫新裳。
恍恍恐不真,猶未苦承望。
每日空出城,畏渴攜壺漿。
安得縮地經,忽使在我傍。
亦知遠行勞,人悴馬玄黃。
慎莫多停留,苦我居者腸。
Auf die Kunde von der Heimkehr des Freundes Vincenz Hundhausen (1878–1955)
— in: Hundhausen, Vincenz. Chinesische Dichter in deutscher Sprache. Peking, Leipzig: Pekinger Verlag, 1926. p. 90.
War ehdem Krieg und zog ein Krieger aus,
So war ein Jahr von dreien ihm gegeben.
Dann ruhte er, bestellte Hof und Haus
Und kehrte froh zurück ins Kriegerleben.
Doch dieser Krieg bedeutet strengere Pflicht.
Die Krieger müssen kämpfen, bis sie sterben.
Wer einmal auszog, kehrt zur Heimat nicht:
Ich dachte, eher bricht die Welt in Scherben.
Und doch kehrst du zurück? – Ich seh’ dich noch
So schwach und jung, unkundig der Beschwerden!
Wie quältest du dich in dem harten Joch,
So hoffnungslos bemüht, ein Held zu werden!
Du kehrst zurück! – Seit ich davon erfuhr,
Betrat ich zweimal deines Hauses Halle.
Die Mutter näht an deinem Kleide nur,
Der Bruder flickt an deines Rosses Stalle.
Halb fürchte ich: Vielleicht ist’s doch nicht wahr,
und eine Fabel stahl sich mein Vertrauen.
Doch eil’ ich auf die Straße immerdar,
Mit heißen Blicken nach dir auszuschauen.
Am Stadttor steh’ ich, eine Kanne Wein
Für deine durstigen Lippen in den Händen:
Oh, schrumpfte doch der Erde Antlitz ein,
Dass plötzlich wir dicht beieinander ständen!