在獄詠蟬
Luo Binwang 駱賓王 (ca. 640–ca. 684)
余禁所禁垣西,是法廳事也,有古槐數株焉。雖生意可知,同殷仲文
之古樹,而聽訟斯在,即周召伯之甘棠。每至夕照低陰,秋蟬疏引,
發聲幽息,有切嘗聞,豈人心異於曩時,將蟲響悲於前聽。嗟乎!聲
以動容,德以象賢,故潔其身也。稟君子達人之高行,蛻其皮也。有
仙都羽化之靈姿,候時而來,順陰陽之數,應節為變。審藏用之機,
有目斯開。不以道昏而昧其視,有翼自薄。不以俗厚而易其真,吟喬
樹之微風。韻資天縱,飲高秋之墜露,清畏人知。僕失路艱虞,遭時
徽纆,不哀傷而自怨,未搖落而先衰。聞蟪蛄之流聲,悟平反之已奏
。見螳螂之抱影,怯危機之未安。感而綴詩,貽諸知己。庶情沿物應
,哀弱羽之飄零,道寄人知,憫餘聲之寂寞,非謂文墨,取代幽憂云
爾。
西陸蟬聲唱,南冠客思侵。
那堪玄鬢影,來對白頭吟。
露重飛難進,風多響易沈。
無人信高潔,誰為表予心。
Der Dichter, eine Zikade hörend Max Geilinger (1884–1948)
— in: Geilinger, Max. Chinesische Gedichte in Vierzeilern aus der Tang-Zeit 唐人絕句百首. Mit 6 Reproduktionen alter Gemälde aus dem kaiserlichen Palast zu Peking auf Tafeln und 20 Wiedergaben von Original-Pinselzeichnungen von Richard Hadl. Zürich: Rascher Verlag, 1944. p. 77.
Dein Singen füllt mich an mit holder Schwermut,
Zartes Geschöpf! dich seh' ich vom Gefängnis,
Wie du, von Tau beschwert, nicht fliegen kannst
Und nun statt dessen singst: so schreib' ich Verse.