感舊紗帽
Bai Juyi 白居易 (772–846)
昔君烏紗帽,贈我白頭翁。 帽今在頂上,君已歸泉中。 物故猶堪用,人亡不可逢。 岐山今夜月,墳樹正秋風。
Die Seidenmütze Hans Böhm (1876–1946)
— in: Böhm, Hans. Lieder aus China. Nachdichtungen chinesischer Lyrik. Mit siebzehn Zeichnungen von Rudolf Grossmann. München: Verlagsbuchhandlung Georg D. W. Callwey, 1929. p. 45.
Vor langer Zeit hast einem weißen Schopfe 'ne schwarze Seidenmütze du verehrt. Die Mütze sitzt noch heut auf meinem Kopfe, Du hast dich zu den Untern Quell'n gekehrt. Das Ding ist alt, doch immer noch zu brauchen; Der Mann ist weg, ihn seh ich niemals mehr. Draußen am Berg die Mondesstrahlen hauchen, Am Grab die Bäume schwingen hin und her.
Der alte Hut Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Dichtungen der Tang- und Sung-Zeit, Veröffentlichungen des Seminars für Sprache und Kultur Chinas an der Hamburgischen Universität. Hamburg: Friederichsen, de Gruyter & Co., 1929. p. 95.
Einen schwarzen Gaze-Hut Hast vor vielen Jahren Du geschenkt mir altem Mann Mit den weißen Haaren. Auf dem Haupte diesen Hut Trage ich noch heute, Doch der Geber, ach! schon längst Ward des Todes Beute! Muß ein Mensch, so scheint es mir, Seinen Geist aufgeben. Dann entsteht durch seinen Tod Neu ein Pflanzenleben. Heilige und Weise drum Stets einmütig walten, Daß harmonisch der Natur Kräfte sich entfalten.