五遊詠
Cao Zhi 曹植 (192–232)
九州不足步。願得凌雲翔。
逍遙八紘外。遊目歷遐荒。
披我丹霞衣。襲我素霓裳。
華蓋芬晻藹。六龍仰天驤。
曜靈未移景。倏忽造昊蒼。
閶闔啟丹扉。雙闕曜朱光。
徘徊文昌殿。登陟太微堂。
上帝休西櫺。群后集東廂。
帶我瓊瑤佩。漱我沆瀣漿。
踟蹰玩靈芝。徙倚弄華芳。
王子奉仙藥。羡門進奇方。
服食享遐紀。延壽保無疆。
Himmelfahrt Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 22-24.
Länger mag ich nicht auf Erden
In den neun Provinzen leben.
Könnte ich nur zu den Wolken
Mich empor auf Flügeln heben.
Ueber die acht Himmelsgrenzen
Fühle ich hinweg mich gleiten,
Und ich lasse meine Blicke
Schweifen in endlose Weiten.
Von den Schultern mein als Mantel
Niederwallt die Morgenröthe,
Gleich als ob ich weisse Wolken
Umgethan als Kleider hätte.
Prächtig schimmert der geblümten
Baldachine bunt Gewimmel,
Und mit wilden Sprüngen schlängeln
Drachen sich empor zum Himmel.
Noch ist im bewegten Aether
Nicht der helle Glanz verglommen,
Da bin ich zum dunkelblauen
Himmelsdom emporgeklommen.
Ihre rothbemalten Flügel
Thut mir auf die Himmelspforte:
Von den beiden Thoren strahlet
Purpurglanz an jenem Orte.
Und ich trete ein und wandle
Auf und ab die Wên-tschang-Halle,
Steige dann empor die Stufen
Zu dem Tai-wei-Sternensaale.
Meine Augen schaun den Herrgott,
Wie er am Westfenster thronet,
Und im Ost die Schaar der Kaiser,
Die in Seitenhallen wohnet.
Reingewaschen wird mein Körper
In dem Nebelnass der Lüfte,
Einen grünen Jaspisgürtel
Legt man drauf mir um die Hüfte.
Ich durchstreife die Gefilde
Von den Lebenspflanzen pflückend,
Zu den Blumen und Gesträuchern
Hier und dort mich niederbückend.
Wang-tse mir den Trank kredenzet,
Welcher schafft das ew'ge Leben,
Und ein wunderbares Mittel
Hsien-mên wird mir es geben.
Nach dem Tranke wird mein Leben
Dauern ohne aufzuhören,
Und es wird von mir auf ewig
Alle Fährlichkeiten wehren.