再和明妃曲
Ouyang Xiu 歐陽修 (1007–1072)
漢宮有佳人,天子初未識。 一朝隨漢使,遠嫁單于國。 絕色天下無,一失難再得。 雖能殺畫工,於事竟何益。 耳目所及尚如此,萬里安能制夷狄。 漢計誠已拙,女色難自誇。 明妃去時淚,灑向枝上花。 狂風日暮起,飄泊落誰家。 紅顏勝人多薄命,莫怨春風當自嗟。
Das Lied von der Prinzessin Ming Richard Wilhelm (1873–1930)
— in: Gundert, Wilhelm. Lyrik des Ostens. München: Carl Hanser Verlag, 1952. p. 348.
Im Hanschloß war ein schönes Mädchen, das nie des Herrschers Aug erschaut. Man sandte sie in weite Ferne, in wilder Hunnen Reich als Braut. Nun war die höchste Schönheit uns genommen, einmal verloren, kehrt sie nicht zurück. Und ob man auch den Maler töten wollte, unwiederbringlich floh von uns das Glück. Ach, wenn im eignen Schlosse solche Dinge möglich waren, Wie will man herrschen unter fremder Stämme Scharen? Mißlungen ist der kluge Herrscherplan, und um der Schönheit Ruhm ist es getan. Im Scheiden fielen der Prinzessin Tränen wohl auf die Blumen an des Weges Rand. Ein Wind erhebt sich um die Abendkühle, wo weht er wohl die Tränenperlen hin? Die Schönheit muß auf Erden vieles leiden. Schilt nicht den Wind und lerne dich bescheiden.