苦相篇
Fu Xuan 傅玄 (217–278)
苦相身為女。卑陋難再陳。 男兒當門戶。墮地自生神。 雄心志四海。萬里望風塵。 女育無欣愛。不為家所珍。 長大逃深室。藏頭羞見人。 垂淚適他鄉。忽如雨絕雲。 低頭和顏色。素齒結朱脣。 跪拜無復數。婢妾如嚴賓。 情合同雲漢。葵藿仰陽春。 心乖甚水火。百惡集其身。 玉顏隨年變。丈夫多好新。 昔為形與影。今為胡與秦。 胡秦時相見。一絕踰參辰。
Frauenelend Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 27-29.
— in: Oehlke, Waldemar. Chinesische Lyrik und Sprichwörter. Bremen-Horn: Walter Dorn-Verlag, 1952. p. 45f.
O, wie traurig ist's, Eine Frau zu sein! Giebt es schlimm'res wohl, Elenderes? Nein. Als Familienhort Gilt allein der Knab', Wie ein Gott kommt er Auf die Erd' herab. Den vier Meeren zu Drängt sein kühner Muth: Fern zehntausend Li Trotzt er Sturmeswuth. Keine Lieb' und Freud' Grüsst das Töchterlein, Für ihr Haus ist sie Nicht ein Kleinod fein. Jungfrau, zieht sie sich Tief in's Haus zurück Und verbirgt ihr Haupt Scheu vor Männerblick. Fern vom Heimatsort Weint sie manche Thrän', Wild, wie Regen strömt Aus den wolk'gen Höh'n. Einer Magd gleich kniet Sie vor ihrem Herrn, Grüsst ernst wie ein Gast, Der genaht von fern. Das Gesichtchen hold Senkt sie nieder ganz: Aus dem Mündchen roth Strahlt der Zähne Glanz. Durch des Gatten Lieb' Ist sie froh allein: Sonnenblume selbst, Wünscht sie Sonnenschein. Heiss wie Feuer fühlt Sie ihr Ungemach, Und an ihrem Leid Trägt sie hundertfach. Jugendfrische - ach! Welket mit der Zeit, Sie, die nur allein Den Gemahl erfreut. Wie sein Schatten hing Einstmals sie am Mann, Gleich den Hu und Tsin Sind sie fremd sich dann. Hu- und Tsin-Leut' doch Sehn sich noch von fern: Er steht ferner ihr Als der fernste Stern.