定情詩
Fan Qin 繁欽 (?–218)
我出東門遊。邂逅承清塵。 思君即幽房。侍寢執衣巾。 時無桑中契。迫此路側人。 我既媚君姿。君亦悅我顏。 何以致拳拳。綰臂雙金環。 何以致殷勤。約指一雙銀。 何以致區區。耳中雙明珠。 何以致叩叩。香囊繫肘後。 何以致契闊。繞腕雙跳脫。 何以結恩情。佩玉綴羅纓。 何以結中心。素縷連雙針。 何以結相於。金簿畫幧頭。 何以慰別離。耳後瑇瑁釵。 何以答歡欣。紈素三條裙。 何以結愁悲。白絹雙中衣。 與我期何所。乃期東山隅。 日旰兮不來。谷風吹我襦。 遠望無所見。涕泣起踟蹰。 與我期何所。乃期山南陽。 日中兮不來。飄風吹我裳。 逍遙莫誰覩。望君愁我腸。 與我期何所。乃期西山側。 日夕兮不來。躑躅長歎息。 遠望涼風至。俯仰正衣服。 與我期何所。乃期山北岑。 日暮兮不來。淒風吹我襟。 望君不能坐。悲苦愁我心。 愛身以何為。惜我華色時。 中情既欵欵。然後尅密期。 褰衣躡茂草。謂君不我欺。 廁此醜陋質。徙倚無所之。 自傷失所欲。淚下如連絲。
Getäuschte Erwartung Alfred Forke (1867–1944)
— in: Forke, Alfred. Blüthen chinesischer Dichtung. Magdeburg: Commissionsverlag: Faber'sche Buchdruckerei, A. & R. Faber, 1899. p. 16f.
Vom Ostthor her schritt fröhlich ich feldein - Ein frischer Wind mir dort entgegen kam - Ich dacht' an meinen Schatz im Kämmerlein, Wie Hut und Kleid ich ihm entgegennahm. Noch kommt zum Stelldichein er nicht herbei, Am Wege sehe nur ich fremde Leut': Ich denke still für mich, wie schön er sei, Und wie auch er sich meiner Schönheit freut. Dass seine Sinne wirklich an mir hangen, Das sagen mir am Arm die goldnen Spangen, Und dass sein Streben ganz mir zugewandt, Verbürgen mir die Ringe an der Hand. Zum Zeichen, dass zum Schatz er mich erkor, Hing beide Perlenring' er mir an's Ohr; Ein Unterpfand, dass er mich liebt so warm, Ist's Säckchen mit Parfum an meinem Arm. Was sagt mir, dass er meiner eingedenk? Die Ring', geschlungen um das Handgelenk. Wodurch hat seine Gunst er kundgethan? Durch Perlengürtel, Seidenfransen dran. Was macht mir seine Freundschaft offenbar? Der goldplattirte Pfeil in meinem Haar. Wie hat den Trennungsschmerz er abgelenkt? Durch Schildplattnadeln, die er mir geschenkt. Was gab er mir zum Zeichen seiner Freude? Drei weisse Röck' aus zarter, weicher Seide. Wodurch erheitert er den trüben Sinn? Durch zwei schneeweisse Kleider aus Musslin. --- Wohin entbot er mich zum Stelldichein? Am Fuss des Ostbergs sollt' ich treffen ihn. Schon wird es Tag, doch er stellt sich nicht ein: Der Thalwind weht an meinen Kleidern hin. Unstät schweif' ich umher, der Blick wird trüb: Vergebens schau' ich aus nach meinem Lieb. Wohin entbot er mich zum Stelldichein? Am Südabhang wollt' stehen er bereit. Schon Mittag ist's, doch er stellt sich nicht ein; Im Südwind flattert hin und her mein Kleid. Vergebens spähe ich wohl in die Weite; Der Sehnsuchtsschmerz durchwühlt mein Eingeweide. Wohin entbot er mich zum Stelldichein? Am Westberg wollt' er harren meiner traut. Die Sonne sinkt, doch er stellt sich nicht ein; Ich wandle müden Schritts und seufze laut. Von fernher fühl' ich wehn den Wind, den kalten, Er hebt und senket meines Kleides Falten. Wohin entbot er mich zum Stelldichein? Zum Nordberg wollte kommen er geschwind. Schon ist es Nacht, doch er stellt sich nicht ein; In meinen Mantel bläst ein eisiger Wind. Bange Erwartung raubt mir jede Ruh', Schmerz und Verzweiflung schnürt die Brust mir zu. --- Mein Liebreiz ihn nicht mehr gefesselt hält, Da er die Traute sein so schnell verliess. Als er zum Stelldichein mich hat bestellt, War seiner Liebe ich noch ganz gewiss. Die Kleider hochgeschürzt schritt ich durch's Grün, Und dacht', mein Liebster ist nicht ränkevoll. Jetzt, da ich garstig, hässlich für ihn bin, Weiss ich nicht, wohin ich mich wenden soll. Was ich geliebt, muss ich verloren wähnen: Wie Seidenfäden fliessen meine Thränen.