寄微之
Bai Juyi 白居易 (772–846)
帝城行樂日紛紛,天畔窮愁我與君。 秦女笑歌春不見,巴猿啼哭夜常聞。 何處琵琶弦似語,誰家猨墮髻如雲。 人生多少歡娛事,那獨千分無一分。
Ich sende diese Verse an Yüan Chên Erwin von Zach (1872–1942)
— in: Zach, Erwin von. Hightower, James Robert (ed.). Han-Yü's poetische Werke, Harvard-Yenching Institute studies. Cambridge, Massachusetts: Harvard University Press, 1952. p. 342.
In der fernen Kaiserstadt werden der Vergnügungen mit jedem Lenztag mehr. Weit, weit davon sitzen wir beide in Kummer und Elend (der Verbannung). Nein, das Lachen und Singen der Mädchen von Ch'angan werden wir dieses Frühjahr nicht vernehmen. Hier in der Verbannung hören wir nur das Schreien und Klagen der Affen des Landes Pa. Wo als in Ch'angan lässt sich Gitarrenmusik der menschlichen Stimme vergleichen? Wo, wenn nicht in den Häusern der Residenz, sieht man Mädchen, deren gewelltes Haar an Wolken erinnert? Wie gross ich (sic!) doch die Zahl der Belustigungen, die dem Menschen das Leben verschönern! Warum, ach, können wir allein nicht einmal den tausendsten Teil davon geniessen?